GNW-Kleiderspenden für das Flüchtlingslager Neugraben

 

 

 

Der Sechserrat organisierte in Absprache mit dem Schulelternrat eine Spendenaktion für das Flüchtlingsheim Neugraben. Innerhalb von zwei Wochen haben wir es geschafft, eine Vielzahl von Spenden, wie Kleidung, Kinderspielzeug, Hygieneartikel, Decken und Taschen einzusammeln. Insgesamt ist so eine ganze Transporterladung (ca. 30 Umzugskartons) zusammen gekommen. Dafür nochmals einen herzlichen Dank an alle Spender und Helfer.

Am 17.11 erfolgte die Übergabe der Spenden. Dabei nahmen uns die Leiterin des Flüchtlingsheims Frau Brandt, der Leiter der Sicherheit und die Leiterin der Kleiderkammer in Empfang. Die Spenden wurden in einen Container vor dem ehemaligen OBI Baumarkt eingeräumt und werden von der zentralen Kleiderkammer nach Bedarf an die Bewohner verteilt.  Die Leiterin Frau Brandt und der Sicherheitschef hielten einen Vortrag und stellten sich den Fragen der Schüler. Im Anschluss daran zeigten sie uns die Anlage. Im folgenden sind einige Fotos zu sehen. Wir konnten verständlicherweise aufgrund von Persönlichkeitsrechten der Bewohner nur bedingt Fotos machen.

Insgesamt sind zur Zeit ca. 500 Flüchtlinge im ehemaligen OBI-Markt und in den angrenzenden Containern untergebracht. 70 davon sind Kinder. Das Flüchtlingsheim ist eine zentrale Erstaufnahme, was bedeutet, dass die Flüchtlinge auf ihr Asylverfahren in Hamburg warten. Nachdem die Flüchtlinge nach Aussage der Leiterin größtenteils seit 1-2 Jahren auf der Flucht sind, freuen sie sich, es nun an einen sicheren Ort geschafft zu haben. Allerdings ist die Wartezeit des Asylverfahrens (ca. 6 Monate) eine quälende Zeit der Ungewissheit und Langeweile. Die Flüchtlinge dürfen während dieser Zeit nicht arbeiten und durch begrenzte finanzielle Mittel können sie das Heim nur sehr selten verlassen. Neben normalen Arbeitern wohnen auch Ingenieure, Architekten, Anwälte und ein Richter aus Syrien, Eritrea und Albanien (Aussage der Leiterin) in dem Heim. Diese haben in ihren Heimatländern vor ihrer Flucht immer gearbeitet. Jetzt können sie nichts anderes tun außer warten.

Dieser Umstand, die Wohnbedingungen, die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und eine andere Konfliktkultur führen natürlich zu einem unterschwelligen Aggressionspotential im Heim. Bisher ist es laut Aussage der Leiterin aber noch zu keinen größeren Zusammenstößen gekommen. Dafür sorgt aber auch ein Sicherheitsdienst, der 24h im Einsatz ist. Außerdem sind alle Mitarbeiter und freiwillige Helfer sehr eng mit den Flüchtlingen im Gespräch. Für uns als "Besucher" war es ein durchaus bedrückendes Gefühl vor Ort, deshalb ist die Leistung aller Mitarbeiter und ehrenamtlicher Helfer besonders anzuerkennen. Das Flüchtlingsheim wird ständig ausgebaut, um eine Verbesserung der Wohnverhältnisse und Lebensverhältnisse zu schaffen. Nach dem, was wir vor Ort gesehen haben, werden wir versuchen, auch weiterhin bei diesem Prozess irgendwie zu helfen. Ehrenamtliche Helfer sind gerne willkommen, ebenso private Spenden, aber nicht zu Weihnachten, sondern zu deren Feiertagen.   

 

 P.S. Vielen Dank an das Autohaus Vedovelli aus Neu Wulmstorf, die uns einen Fiat-Ducato-Transporter zur Verfügung stellten, mit dem die Spenden nach Neugraben gebracht werden konnten!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seite zuletzt geändert am 19.11.2015, 12:58 Uhr von Ralph Werner-Dralle
 

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