Der Autor

Jean-Paul Sartre (1905-1980), Philosoph, Schriftsteller und politischer Aktivist, war der bedeutendste Vertreter des französischen Existentialismus. Nach Sartres Überzeugung gibt es keine allgemein verbindlichen Werte und Normen; vielmehr, so lehrte er, sei der Mensch zur Freiheit verurteilt und müsse sich individuell Werte und Normen setzen. Die Folgen siner Entscheidung für sich selbst und andere müsse er dann aber auch tragen. Der Mensch könne seine Freiheit nutzen, aber auch verfehlen. Auch wnn es keine höhere Instanz gebe, sei der Mensch verantwortlich.

 

Inhalt

In einem nicht näher bezeichneten diktatorisch regierten Land wird am Vorabend eines Aufstands gegen das diktatorische Regime der Arbeiter Pierre Dumaine, der Anführer der proletarischen Untergrundbewegung, von einem Verräter aus den eigenen Reihen erschossen. Zur gleichen Zeit wird Eve Charlier, die Frau des Milizführers, von ihrem Mann, der es nur auf ihr Vermögen abgesehen hat, vergiftet.

Pierre und Eve treffen sich im Reich der Toten und verlieben sich ineinander. Sie bedauern, dass sie sich nicht als Lebende kennen gelernt haben. Sie bedauern aber auch deshalb ihren Tod, weil sie als Tote, die unsichtbar und unhörbar für die Lebenden frei herumlaufen können, zwar Dinge erfahren, von denen sie auf der Erde keine Ahnung hatten, aber nicht eingreifen können. Eve sieht, dass ihr Mann mit ihrer Schwester das gleiche böse Spiel treibt wie mit ihr, und Pierre erfährt, dass der Potentat über den geplanten Aufstand bestens informiert ist, dass er geradezu darauf wartet, um die "Liga für Menschenrechte" zu zerschlagen. Mit größtem Bedauern müssen die Toten einflusslos zusehen.

Da erfahren sie zu ihrer Freude, dass sie eigentlich füreinander bestimmt waren und nur durch einen Fehler der Direktion daran gehindert wurden. Sie erhalten deshalb die Möglichkeit, auf die Erde zurückzukehren. Sie können dort allerdings nur unter der Bedingung bleiben, dass es ihnen gelingt, sich 24 Stunden ohne jedes Misstrauen zu lieben. Sie sind entschlossen, diese Chance zu nutzen. Pierre will aber auch seine Kameraden von der Ausführung ihres Planes abhalten und Eve möchte ihre Schwester warnen.

Während ihrer vergeblichen Versuche, die ihnen nahe stehenden Personen zu retten, läuft ihre 24-Stunden-Frist ab und der Tod ereilt sie erneut.

 

 

 Das von Andrea Martens gemalte Bühnenbild

 Eve (Christiane Miebach) und Pierre (Philipp Masollek)

 Andre (Christoph Dietze) und Eve

 Andre und Lucette (Yvonne Weidner)

 Die tote Eve versucht vergebens ihre Schwester Lucette zu warnen.

 Die Revolutionäre

 Der Regent (Boris Scheiter)

 Die Toten im Reich der Lebenden

 

Die Überlebenden geben sich dem Trunk hin.

Seite zuletzt geändert am 19.12.2008, 00:18 Uhr von Edmund Linden
 

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