Peer Gynt

                   


         Henrik Ibsen (1828 - 1906)


 

Der Norweger Henrik Ibsen war einer der einflussreichsten Dramatiker Europas. Er wuchs in großer Armut auf, da die väterliche Handelsfirma 1836 bankrott ging. Wegen der dadurch gegebenen wirtschaftlichen Notlage konnte er nicht wie gewünscht Maler werden, sondern musste eine Apothekerlehre machen. Nebenher erwarb er das Abitur, machte erste schriftstellerische Versuche und wurde schließlich künstlerischer Leiter eines Theaters in Oslo, das aber bald geschlossen werden musste. Ein Stipendium ermöglichte ihm einen Auslandsaufenthalt. So verbrachte Ibsen die meiste Zeit seines Lebens in verschiedenen Ländern Europas, vor allem in Italien und Deutschland, wo er auch zuerst Anerkennung fand, die sich bis zum Ibsen - Fieber steigerte. Erst im Alter kehrte er nach Norwegen zurück.


 

Das Theaterstück „Peer Gynt” weist einige Parallelen zwischen der Hauptperson und dem Autor auf: den Bankrott des väterlichen Betriebs, das Hin und Her der Mutter zwischen Verwöhnen und Strenge und schließlich den langen Auslandsaufenthalt.


 

Ibsen gilt als Vertreter des Symbolismus und des psychologischen Dramas. Seine bekanntesten Werke sind „Nora oder ein Puppenheim”, „Die Wildente” und „Peer Gynt”.

 

Die Mädchen versuchen den Schmied Aslak (Jan-Henning Pantel) davon abzuhalten, Peer Gynt zu verprügeln.

Peer Gynt (Christian Schienke) bei den Trollen

Der Knopfgießer (Anna-Lena Markus) will Peer einschmelzen.

 

 

INHALT


 Das Drama erzählt die Lebensgeschichte Peer Gynts, eines verarmten Bauernsohnes aus Norwegen, der Kaiser werden will. Wo ihm die Realität seine Wünsche nicht erfüllt, erträumt sich dieser durchaus sympathische Phantast eine bessere.

Im ersten Teil begegnet uns Peer als 20-jähriger, der sich selbst zum Helden alter Legenden macht, bei seinen Träumereien aber versäumt, sich um Haus und Hof zu kümmern und die reiche Bauerntochter Ingrid zu heiraten. Um das Versäumte nachzuholen, entführt er sie bei ihrer Hochzeitsfeier, verstößt sie aber bald wieder, weil er sich unsterblich in die arme Solveig verliebt hat. Diese Tatsache hindert ihn aber nicht daran, um die Tochter des Trollkönigs zu werben, die er auch durch sein Verlangen schwängert. Als er es ablehnt, sich blenden zu lassen, entkommt er der Rache der Trolle nur durch das Läuten der Kirchenglocken. Verfolgt vom Schmied Aslak, dem er einen Finger gebrochen hat, Ingrids Vater und den Trollen, entflieht er nach Amerika und lässt Solveig wartend zurück, nachdem er seiner Mutter noch durch eine Phantasiereise einen schönen Tod bereitet hat.

Im zweiten Teil sehen wir ihn als 50-jährigen, der es als Pelztierhändler in Kanada, Goldschürfer in San Francisco und als Sklavenhändler in Charleston zu großem Reichtum gebracht hat und sich nun in Marokko mit einem Schiff voller Gold als der neue Weltbürger feiern lässt. Nach dem Verlust seines Schiffes versucht er sich als Prophet, dann als Forscher in Ägypten, Indien und China. Schließlich sehen wir ihn als alten Mann auf der Heimreise nach Norwegen an Bord eines Schiffes, das aber kurz vor der Küste untergeht, wobei Peer um zu überleben den Koch von der Planke hinunterstößt. An Land erwartet ihn der Knopfgießer, der ihn wegen seines unnützen Lebens einschmelzen will, um sein Material für ein sinnvolleres zu verwenden. Nur die Liebe Solveigs, die ihn in ihrem Herzen bewahrt hat, rettet ihn vor dem Auslöschen.

Ibsen stellt in Peer Gynt den modernen Menschen dar, der immer um sich selbst und seine eigentliche Aufgabe herumgeht, der sich selbst verwirklichen will, sich dabei aber in Äußerlichkeiten verliert, der sich selbst genug ist und damit zum Troll wird.

 

Peer Gynt (Christian Schienke) als Weltbürger


 


 

CHARAKTERE UND DARSTELLER

(in der Reihenfolge des Auftretens)


 

Peer Gynt                 Christian Schienke

Ase, Peers Mutter      Julia Roth

Nachbarin                  Anna Szymanowska

Aslak                         Jan-Henning Pantel

Burschen                   Nadine Wolthausen

                                 Nina Rahn

                                 Svenja Pawlik

Mädchen                    Linda Schönfeld

                                 Sarah Stade

                                 Nadine Johnen

                                 Kerstin Rübke

Solveig                      Nele Jochumsen

Solveigs Mutter          Anna-Lena Markus

Solveigs Tante            Anna Szymanowska

Ingrid                         Mirija Spieck

Mads Moën                 Daniel Graeber

Mads Vater                 Julia Popp

Haegstad-Bauer         Mathias Fischer

Trollkönig                   Sebastian Hinrichs

Trollkönigstochter       Sandra Becker

Hoftroll                       Nina Rahn

Trolle                          Ensemble

Mischgeburt, Peers Sohn  Linda Schönfeld

von Eberkopf               Sebastian Hinrichs

Cotton                         Jan-Hening Pantel

Ballon                          Daniel Graeber

Trumpeterstrale           Nadine Johnen

Anitra                           Nadine Wolthausen

Tänzerinnen                 Svenja Pawlik

                                   Anna Szymanowska

                                   Sarah Stade

                                   Mirija Spieck

                                    Kerstin Rübke

Baedeker                     Mathias Fischer

Begriffenfeldt               Julia Popp

Kapitän                        Jan-Henning Pantel

Wissenschaftler            Nina Rahn

Koch                            Mirija Spieck

Knopfgießer                 Anna-Lena Markus

Teufel                          Nadine Johnen


 


 

Soufleuse                Almut Müller


 


 

Beleuchtung und Ton Heiko Maretzki

                              Florian Tiedemann

                              Frederik Roth


 


 

Bühnenbild und Kostüme Peter Waldbüßer

Sandra Stoltze

Jessica Ursic


 


 

Plakat               Kunst LK Jahrgang 12


 


 

Maske              Nina Heppelmann

                        Sophia Westphal


 


 

Kostüme der Tänzerinnen  Anna Rinn-Bartens


 


 


 

Musik                  Manfred Birk

                                 Instrumental-Ensemble


 


 

Dramaturgie        Edmund Linden


 


 


 

Regie                   Angelika Möller


 


 


 

ZUR INSZENIERUNG


 

Das Theaterstück „Peer Gynt” überfordert bei wortgetreuer Umsetzung jede Bühne: Es erstreckt sich über einen Zeitraum von ca. 50 Jahren, spielt an ca. 50 verschiedenen Orten und hat ca. 150 Rollen. Das Prinzip der Inszenierung musste deshalb Reduzierung heißen: Reduzierung des Bühnenbildes auf ein Baukastensystem, das sowohl Häuser als auch Berge, Steinhaufen, ein Schiff, eine Planke und einen Torbogen darstellt, der Peers Drumherum symbolisch deutlich macht, ferner Reduzierung der Szenen auf die wesentlichen und das Wesentliche. Dabei sollte die Aussage des Dramas nicht verändert werden, abgesehen vom Ende, der Rettung Peers durch die Liebe Solveigs. Die das Bühnenbild beherrschende Farbe ist Orange, die Farbe, die Genuss, Energie und Aktivität, aber auch Angeberei, Aufdringlichkeit und Unzuverlässigkeit ausdrückt. Die Sprache der Vorlage wurde nicht übernommen: Die Reimform wirkt - zumindest in der deutschen Übersetzung - etwas albern und schwer verständlich. Allerdings ist in unserer Textversion nicht alles in Prosa übersetzt: Zur Charakterisierung einzelner Personen werden eigene Versformen eingesetzt: So spricht der Trollkönig in tänzelnden Daktylen, während Peer als Prophet zur Selbststilisierung in Reimen spricht. Beibehalten wurden die Schlussverse Solveigs. Zur Verdeutlichung der Tatsache, dass „Peer Gynt” in der Faustnachfolge steht, wurden der Hauptperson Faustzitate in den Mund gelegt.


 

Eingeleitet, begleitet und abgeschlossen wird das Theaterstück durch einige Passagen aus Edvard Griegs romantisierender Komposition zu „Peer Gynt”.


 


 


 


 

DAS IBSEN-FIEBER 1891


 


 

Ende des 19. Jahrhunderts wurde Ibsen Kult, wovon das folgende Gedicht einer Berliner Zeitschrift ironisch Zeugnis ablegt.


 


 

Ibsen, Ibsen überall!

Da geht nichts mehr drüber!

Auf dem ganzen Erdenball

Herrscht das Ibsen-Fieber!

Alle Welt wird Ibsen-toll,

Wenn auch wider Willen,

Denn die ganze Luft ist voll

Ibsen-Ruhm-Bazillen!

Keine Rettung! Überall

Künden Ibsens Namen,

Preisend mit Posaunenschall,

Moden und Reklamen,

Auf Zigarren, Damenschmuck,

Torten, Miedern, Schlipsen,

Prangt das Wort in gold´nem Druck:

IBSEN! Á la IBSEN!


 


 


 


 


 


Die Theater-AG dankt Frau Rinn-Bartens für das Schneidern von Kostümen und das Einstudieren der Tänze, Frau Thole für Sprachübungen und Choreographie, dem Sekretariat für den Druck des Programms und die Organisation des Kartenverkaufs, Herrn Birk und seinen Musikern für die musikalische Begleitung, der Firma Music-Stage für viel Hilfe bei

der Lichttechnik und natürlich Herrn Putzmann für technische Hilfe und warme Füße.

 

Seite zuletzt geändert am 30.11.2008, 21:25 Uhr von Edmund Linden
 

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