Film und Theaterstück


 

Das Theaterstück „Whistlestop Café“ folgt in der Thematik und in wesentlichen Handlungsteilen dem Film „Grüne Tomaten“, weicht aber aus dramaturgischen und inhaltlichen Gründen in einigen Punkten vom Film ab:



 

  1. Im Film wird Idgys Heldengeschichte von dieser selbst erzählt. Um der Peinlichkeit des Selbstlobs zu entgehen, verheimlicht Idgy ihre Identität und erzählt in der dritten Person. Im Theaterstück erzählt Ruth Idgys Leben. Damit entfällt nicht nur die Verlegenheit der Erzählerin, es soll auch deutlich werden, dass Idgy nicht immer die Starke und Ruth die Schwache ist, die früh vom Tod dahingerafft wird.


     

  2. Die Südstaatenproblematik, also die Unterdrückung der Schwarzen, wurde aus Gründen fehlender Übertragbarkeit auf Deutschland weggelassen. Im Film muss die Tötung Franks durch die schwarze Hausdienerin verschwiegen werden, weil die Schwarzen keine gerechte Behandlung vor Gericht erwarten durften. Im Theaterstück ist es die eigengesetzliche Moral Idgys, die eine Bestrafung für die Tötung des Gewalttäters Frank ablehnt.


 

3) Im Film erzählt Idgy ihre Lebensgeschichte einer Frau in mittleren Jahren, die sich in einer Lebenskrise befindet, und verhilft ihr dadurch zu Mut und Selbstständigkeit. Die Verhaltensänderung dieser Frau wird im Verhältnis zu ihrem Mann und zu Menschen auf der Straße deutlich. Die damit verbundenen Außenhandlungen sind auf der Bühne schlecht umzusetzen. Deshalb finden im Theaterstück alle Handlungen mit Ausnahme der Gerichtsszene im Café statt. Deshalb flieht auch im Theaterstück Ruth zu Idgy, während im Film Ruth von Idgy aus ihrem Haus in Georgia gerettet wird. Wie Idgys Einfluss anderen Personen zu mehr Selbstbewusstsein verhilft, wird auf der Bühne an Ruths Entwicklung verdeutlicht.



 

4) Im Film wird Idgys Leben von der Kindheit bis zum Greisenalter gezeigt. Das Theaterstück beschränkt sich auf Idgys Leben als Erwachsene.


     

    Inhalt:



     

    Das Theaterstück „Whistlestop Café“ ist ein Loblied auf Idgy Henderson, die in einem gottverlassenen Nest irgendwo in Alabama neben einer Bahnstation ein Kaffeehaus betreibt. Idgy ist eine liebenswürdige Rebellin, die in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts im erzkonservativen Süden der USA Hosen trägt, am liebsten angeln geht und Honigwaben aus Bienenstöcken holt, die raucht, trinkt und Karten spielt und dem Dorfgeistlichen heimlich Cognac in den Kaffee gießt, die aber auch eine unter Reimzwang leidende „Haus- und Hofpoetin“ durchfüttert, kurz und gut: Sie ist eine Pippi Langstrumpf für Erwachsene.


     

    Gesungen wird das Loblied auf Idgy von ihrer Freundin Ruth Bennett, die Idgys Gegenbild ist: brav, angepasst und fromm. Anfangs wird sie von Idgy gehasst, weil sie ihr immer als Vorbild vor Augen gehalten wird und weil ihr Idgy insgeheim die Schuld am Tod ihres geliebten Bruders Buddy gibt, der bei dem Versuch, Ruths Strohhut von den Gleisen zu retten, von einem Zug überfahren wurde.


     

    Das Verhältnis der beiden Frauen ändert sich, als Ruth von ihrem gewalttätigen Ehemann Frank zu Idgy flieht. Idgy schützt sie und ihr Kind vor ihrem Ehemann. Beim Versuch, sein Kind zu entführen, wird Frank getötet und „entsorgt“. Die Ermittlungen von Kommissar Miller bleiben zunächst erfolglos, weil er ausgerechnet die Soße isst, in der das Geheimnis liegt, nach dem er sucht. Vor Gericht schließlich gibt der von Idgy zurückgewiesene Reverend dem Verfahren eine unerwartete Wende.


     

    Ruth erzählt Idgys Lebensgeschichte ihrer Angestellten Rosy, die unter der Vorbildhaftigkeit ihrer Schwester Lizzy leidet wie einst Idgy unter der Ruths, und zitiert Idgys Lieblingssatz: „Man kann einen Menschen lieben, auch wenn man ihn nicht versteht.“


     


     

    PERSONEN UND DARSTELLER


     


     


     

    Rahmenhandlung


     

    Ruth (alt), Kaffeehausbetreiberin   Julia Popp

    Rosy, Ruths Angestellte                  Lisa Stockleben


     


     


     

    Haupthandlung


     

    Idgy, Kaffeehausbetreiberin   Anna-Lena Markus

    Ruth (jung), Idgys Freundin   Nadine Johnen

    Frau Henderson, Idgys Mutter Lara Hoppe

    Buddy, Idgys Bruder               Jan Klaus Rieck

    George, Idgys Freund             Sven Christens

    Ninny, Köchin                         Nadine Wolthausen

    Pam, Haus- und Hofpoetin      Lilija Saitva

    Johnny, Kartenspieler             Marko Mojen

    Bill, Kartenspieler                   Christoph Weber

    Frank, Ruths Ehemann            Jan-Henning Pantel

    Jeff, Franks Kumpan                Matthias Lohmann

    Reverend                                G. K.

    Miller, Kommissar                    Jan Klaus Rieck

    Grand, Millers Assistent           Christoph Weber

    Richter                                    Matthias Lohmann

    Gerichtsdiener                         Marko Mojen

    Rose, Staatsanwältin               Sarah Stade

    Walter, Verteidiger                  Christoph Weber

    Ärztin                                       Lara Hoppe


     


     


     

           Soufleuse      Linda Schönfeld


     


     


     

    Musik       Manfred Birk

                    Arne Gadomski


     


     

    Maske      Nina Heppelmann

     


     


     

    Technik und Beleuchtung

    Marcel Dieckmann

    Heiko Maretzki

    Frederik Roth

    Torsten Stender

    Florian Tiedemann


     


     


     

    Bühnenbild

    Laura Fischer

          Julia Gerlach

          Simon Linowski

          Jana Maslonka

          Anna Meister

          Kerstin Rübke

          Sandra Stoltze

          Kim Tüpker

     

    unter der Leitung von Petra Schaardt

     

     


     

    Texte     Edmund Linden


     


     


     

    Regie     Angelika Möller


     

     

     

     

    Anna-Lena Markus spielt die eigenwillige Idgy.

    Die alte Ruth (Julia Popp) erzählt der Bedienung Rosy die Geschichte von Idgy.

    George (Sven Christens) ist das Faktotum in Idgys Whistlestop-Cafe.

    Nach dem Tod von Idgys Bruder heiratet Ruth (Nadine Johnen) Frank (Jan-Henning Pantel).

    Ruth sucht bald bei Idgy Zuflucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann und bringt dort ihr Kind zur Welt.

    In George hat Idgy einen treuen Verehrer.

    Zur Hausgenossenschaft gehören noch die Köchin Ninny (Nadine Wolthausen), die 28 verschiedene Fischsoßen machen kann, und die Haus- und Hofpoetin Pam (Lilia Saitova).
     

    Pam sucht das Reimwort und trägt einen ihrer poetischen Ergüsse vor.

    Dem Reverend ist der Name Buddy nicht christlich genug.

    Nach einiger Zeit erscheint Frank, um seine Frau mit Gewalt nach Georgia zurückzuholen.

    Frank versperrt Idgy den Weg; Idgy aber hat ein starkes Argument zur Hand, um Frank zu vertreiben.

       Frank hat seinen Kumpel Jeff (Matthias Lohmann) dabei, wird aber von George entwaffnet.
     

    Nachdem Frank in der Soße gelandet ist, taucht Kommissar Miller (Jan Klaus Rieck) mit seinem Assistenten (Christoph Weber) auf und befragt Idgy.

    Auch Ruth und George werden von ihm befragt.

    Der Assistent fühlt Pam und Ninny auf den Zahn.

    Die Staatsanwältin (Sarah Stade) scheitert mit ihrem Mordvorwurf, weil der Reverend Idgy ein falsches Alibi gibt. Allerdings vertauscht er beim Eid die Bibel mit "Moby Dick".

    Die Ärztin (Lara Sophie Hoppe) diagnostiziert bei Idgy Krebs.

    Idgy nimmt Abschied von George und Ninny.

    Das Ensemble von "Whistlestop Cafe"

    Drei Grazien stellen sich dem Fotographen: Lisa Stockleben (Rosy), Nina Heppelmann (Maske) und Lilia Saitova (Pam).

    Sven findet den Scherz von Herrn Lindemann gelungen, Angelika überlegt noch, was sie darauf antworten soll.


     


     


     

    DANKSAGUNGEN


     


     


     


     


     

    Die Theater-AG dankt Herrn Kölln für ein warmes Forum an kalten Winterwochenenden und für ständige Hilfsbereitschaft, dem Sekretariat für den Kartenverkauf und Schreibarbeiten, Frau Dagmar Thole für die choreographische und sprechtechnische Anregungen, den Eltern der Mitwirkenden und den Kolleginnen und Kollegen für Verständnis und Unterstützung.


     


     


     


     


     


     


     


     


     


     


     


     


     


     

    Zum Autor des Theaterstücks


     

     


     

    Seit 1997 schreibt Edmund Linden Romanvorlagen zu Theaterstücken für die Theater-AG um. Aus den Geschichten von Effi Briest, Lilith und Ronja Räubertochter wurden dank ihm spielbare Stücke. Klassische Theaterstücke wie Hexenjagd, Das Spiel ist aus und Peer Gynt hat er für die Theater-AG so gekürzt, dass sie auf der Bühne des Gymnasiums gespielt werden konnten. Dabei immer im Blick: Der Bühnenraum mit seinen vier Eingängen und zwei Emporen.

    Und obwohl er schon seit vergangenem Jahr im Ruhestand ist, ist er der Theater-AG treu geblieben und hat in diesem Jahr aus dem Roman Grüne Tomaten ein grandioses Theaterstück gemacht.


     

    Lieber Edmund, was wären wir ohne Dich?!


     

    Danke!

     

    Seite zuletzt geändert am 12.01.2017, 00:09 Uhr von Ralph Werner-Dralle
     

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