Zur Einweihung der Bühne im neuen Schulgebäude haben wir uns im Jahr 2007 an unser verwegenstes Projekt gemacht: eine Aufführung des "Faust"

 

 


 

 

 

 


 

 

 

 

Der Fauststoff, der auf eine historische Person zurückgeht, ist in der Frühen Neuzeit vielfach bearbeitet worden. Dabei ist die Verbindung mit dem Teufel immer wieder verurteilt und letztendlich mit der Höllenstrafe sanktioniert worden. Auch Goethe hat das Faustdrama in den Rahmen eines mittelalterlichen Mysterienspiels eingebettet. In ihm wettet der Teufel mit Gott, dass er Faust für sich gewinnen wird. Bei Goethe aber wird Faust am Ende gerettet, weil er den Ablenkungen des Teufels nicht verfallen ist.: „Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen“, singt der Chor der Engel am Ende des Dramas. So bleibt es auch im 1. Akt nicht bei der vom Teufel intendierten sexuellen Beziehung mit Gretchen, für Faust wird es eine Liebesbeziehung.

 

 

 

 

 

 

 

 


 


 


 


 

Über den Autor:


 

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) gilt als der bedeutendste deutsche Dichter und als herausragende Persönlichkeit der Weltliteratur. Er war Staatsmann, Naturwissenschaftler, Kunsttheoretiker, Theaterleiter und vor allem Dichter, dessen Theaterstücke, Erzählungen, Gedichte und Romane, Briefe und Gespräche in der Ausgabe des Deutschen Klassiker Verlags 40 Bände füllen.

Unter seinen vielen bedeutenden Theaterstücken ist das Faustdrama Goethes bekanntestes Werk. An ihm hat Goethe rund 60 Jahre seines Lebens immer wieder gearbeitet: Mit Anfang zwanzig schrieb er den ersten Entwurf, den „Urfaust“, mit etwa 50 arbeitete er dieses Fragment zu Faust I um; Faust II, der zweite bis fünfte Akt des Dramas, erschien erst postum1833. Die ersten Verse, die in unserer Inszenierung aus dem „Faust“ zitiert werden („Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten“), sind der „Zueignung“ entnommen, einer Art Vorwort, das Goethe im Jahre 1797 verfasste, als er sich nach mehr als 20 Jahren erneut dem Fauststoff zuwandte.


 

Rollen und Darsteller:


 


 

Faust                                      Dustin Rulfs

                                               G. K.

Mephistopheles                     Lilia Saitova

Gretchen                                Lisa Stockleben

Valentin                                 Bastian Reese

Marthe                                    Lara Sophie Hoppe                

Wagner                                   Christoph Weber

Handwerksbursche 1             Timo Küster

Handwerksbursche 2             Ann- Katrin Hinze

Handwerksbursche 3             Maike Tiepner

Handwerksbursche 4             Joanna Nodop

Dienstmädchen 1                   Jasmin Ghane Mameghani

Dienstmädchen 2                   Teresa Hoppe

Dienstmädchen 3                   Julia Riese

Bürgermädchen 1                   Lara Sophie Hoppe

Bürgermädchen 2                   Lisa-Maria Weber

Alte                                          Mareike Kalbitz

Bürger 1                                  Joanna Nodop

Bürger 2                                  Ann-Katrin Hinze

Bürger 3                                  Maike Tiepner

Bettler                                     Timo Küster

Bäuerin                                    Antonia Michalsky

Kater                                        Lea Nissen

Katze                                       Madeleine Schöbel

Hexe                                        Antonia Michalsky

Lieschen                                  Anna-Lena Böhrs

Käthchen                                Maike Tiepner

Irrlicht                                     Verena Langrock

Walpurgisnachthexe 1           Anna-Lena Böhrs

Walpurgisnachthexe 2           Julia Riese

Walpurgisnachthexe 3           Marijke Schultz

Walpurgisnachthexe 4           Lea Nissen

Lilith                                        Mareike Kalbitz

Schöne                                    Teresa Hoppe

Harfnerlied                             Antonia Michalsky

Regisseurin (Lexy)                 Berit Sellschopp

 


 


 


 

Souffleuse                Nadine Albert


 

Technik                 Torsten Stender                    

                              Jannick Brockman

                              Julian Ismar

                                        Benjamin Schnoy 

                              Maike Tiepner


 

Videoaufnahme       Alexander Böhm


 

Maske                  Annika-Sophie Butt

                             Sabrina Dücker                 

                             Selina Mardt

                             Yvonne Konra

                             Jana Schichta

unter Anleitung von Nina Heppelmann


 

Bühnenbild Bühnenbild-AG:Hannah Rees, Anna Meister, Nadine Albert, Jenny Rau, Janina Wehming, Simon Linowsky, Annika Beggerow, Anika Flader,Katharina Droese,  Julia Ungereit, Jasmin Heinbockel, Jördis Plaga, Carina Gehrs, Andrea Keup, Rieke Walper, Steffi Auer, Svenja Andresen, Saskia Foth, Kristin Gutschmidt

unter Leitung von Petra Schaardt


 


 


 

Dramaturgie           Edmund Linden


 


 

Regie                       Angelika Möller


 


 

Zur Inszenierung


 


 

Wer immer sich am „Faust“ versucht, kann sich eigentlich nur blamieren: Der Stoff ist fremdartig, äußerst schwierig und umfangreich. Eine Inszenierung des ganzen Dramas vor einigen Jahren in Berlin dauerte 13 Stunden; aber selbst wenn man sich auf den ersten Teil beschränkt, wie es die meisten Theater – und auch wir – tun, dauert die Aufführung gerne vier Stunden. Hinzu kommt, dass der Stoff den meisten Zuschauern als klassischer Bildungsstoff gut bekannt ist und viele bekannte, großartige Aufführungen professioneller Theater die eigenen Versuche lächerlich erscheinen lassen.

Tollkühn haben wir es trotzdem gewagt, mit einer Faust-Inszenierung die neue Bühne einzuweihen. Dabei machen wir aus der Not eine Tugend, indem wir eine Gruppe von jungen Leuten darstellen, die dem Stoff völlig fremd gegenüberstehen, den Text zunächst nur komisch finden und lediglich zu ihrer Unterhaltung einige Szenen spielen wollen. Dabei geraten sie allerdings zunehmend in den Bann des Textes und identifizieren sich mehr und mehr mit ihren Rollen und geraten selbst in schuldhafte Verstrickungen

Kenner des „Faust“ werden in unserer Inszenierung einige berühmte Szenen und Stellen vermissen: das „Vorspiel auf dem Theater“, den „Prolog im Himmel“, die Begegnung mit dem Erdgeist, die Bibelübersetzung, die Schülerszene, „Auerbachs Keller“ und vor allem Teile der Monologe Fausts.

Diese Weglassungen sind begründet mit dem zeitlichen Rahmen, den wir uns gesetzt haben, der Zusammensetzung der Gruppe, die überwiegend aus Mädchen besteht, während Goethes „Faust“ fast nur Männerrollen zu bieten hat, aber auch mit dramaturgischen und inhaltlichen Überlegungen:

Fausts Monologe sind unendlich lang und damit eine dramaturgische Zumutung; Wir haben sie auf die wesentlichen Aussagen verkürzt. Die Schülerszene kann weggelassen werden, weil sie ein nicht-linearer Exkurs ist, an dem Faust nicht beteiligt ist. „Auerbachs Keller“ kann entfallen, weil die Szene Faust nicht tangiert. Das „Vorspiel auf dem Theater“ wird ersetzt durch die Annäherung der jungen Leute an den Text. Der „Prolog im Himmel“ ist bei einer Beschränkung auf den ersten Teil des Dramas sowieso deplatziert, weil der zweite Teil des Rahmens fehlt. Ein Teil dieses Prologs und zugleich dessen Fremdartigkeit wird allerdings in der Einleitungsszene geboten, wenn einer der Jugendlichen als Gott verehrt werden will. Im Interesse der Verkürzung und der Linearität wurden außerdem einige Szenen zusammengefasst und in der Reihenfolge umgestellt.

Die Darstellung Mephistos durch eine weibliche Person ist zunächst der Zusammensetzung der Gruppe zu verdanken, aber durchaus nicht nur aus Verlegenheit gewählt. Zwar ist der scharfzüngige Skeptiker Mephisto psychologisch betrachtet die andere Seite des begeisterungsfähigen Faust, so wie Mr. Hyde die andere Seite des Dr. Jekyll ist, es gibt allerdings keinen vernünftigen Grund, diese andere Seite Fausts unbedingt durch einen Mann darzustellen. Zudem ermöglicht die Verkörperung Mephistos durch eine weibliche Person eine eigenständige Gestaltung des Teufels durch die deutliche Abgrenzung von der berühmten Mephistodarstellung von Gustav Gründgens, mit der sich jeder männliche Darsteller vergleichen lassen muss. Unser Mephisto kommt als eleganter Hermaphrodit ohne Pferdefuß daher.

Ein munteres Tänzchen im Camp

Mit dabei: Jasmin Ghane Mameghani und Mareike Kalbitz

Antonia Michalsky und Lisa-Maria Weber finden den Text des "Faust" urkomisch.

Anna-Lena Böhrs und Verena Langrock amüsieren sich.

Marijke Schultz benutzt den Fausttext, um Christoph Weber anzumachen.

"Mein schönes Fräulein, darf ich wagen

Meinen Arm und Geleit ihr anzutragen?"

Marijke macht Antonia eine lange Nase.

Lea Nissen und Lisa Maria Weber spielen zwei alte Frauen, die im "Faust" gar nicht vorkommen.

Aufgrund von Männermangel müssen Ann-Kathrin Hinze, Joanna Nodop und Maike Tiepner zusammen mit Timo Küster die Bürger spielen.

Timo muss auch noch gleich zum Bettler werden und die stolzen Bürgertöchter um ein Almosen bitten.

Man amüsiert sich, wenn man nicht gerade selbst im "Faust" mitspielt.

"Du bist der albernste Faustdarsteller, den die Welt je gesehen hat."

Die Regisseurin Lexi (Berit Sellschopp) duldet kein Larifari.

Viel Publikum bei Fausts Monolog.

Der Tanz um die Linde

"Seid nicht so ungezogen!"

Verena Langrock und Julia Riese

Und Hüft´an Ellenbogen

"Herr Doktor, das ist scön von Euch,

Dass Ihr uns heute nicht verschmäht."

Antonia Michalsky begrüßt den ersten Faustdarsteller Martin (Dustin Rulfs).

Die Bürgermädchen (Verena Langrock, Lisa Stockleben) und ein Bürger (Joanna Nodop) zeigen sich von Faust angetan.

"Welch ein Gefühl musst du, o großer Mann

Bei der Verehrung dieser Menge haben!"

"Habe nun, ach!"

Drehbuchgemäß erregt die Verzweiflungsszene Fausts fröhliches Gelächter.

Der zweite Faustdarsteller Thommy

"Du machst dich gut als Faust", findet Nikki (Lisa Stockleben).

"Du nennst mich Herr Baron; so ist die Sache gut."

Hexe (Antonia Michalsky) und Mephisto (Lilia Saitova)

"Ihr sprecht schon fast wie ein Franzos´."

"Du machst dich gut als Gretchen."

"Denk, Kind, um alles in der Welt!

Der Herr dich für ein Fräulein hält."

(Lisa Stockleben als Gretchen, Verena Langrock als Marthe)

"So hört die traurige Geschicht´!"

 

"Ei wie? Ei wo? Hat er´s vielleicht vergraben?"

(Lilia Saitova als Mephisto, Verena Langrock als Marthe)

"Ein Blick von dir, ein Wort mehr unterhält
Als alle Weisheit dieser Welt."

 

"Ein Hagestolz ist schwerlich zu bekehren."

"Mit Frauen soll man sich nie unterstehn zu scherzen."

"Du Ausgeburt von Dreck und Feuer!"

"Nun sag, wie hast du´s mit der Religion?"

"Du Engel, das hat keine Not. Hier ein Fläschchen."

"Hast nichts von Bärbelchen gehört?"
Lieschen (Anna-Lena Böhrs) und Käthchen (Maike Tiepner) informieren Gretchen über den neuesten Tratsch.

"Sie hat Andy den Marsch geblasen."
(Anna-Lena Böhrs, Verena Langrock und Berit Sellschopp)

"So spukt mir schon durch alle Glieder
Die herrliche Walpurgisnacht."

Walpurgisnacht

 

 

 

 

 

 

"Ich dachte, du liebst mich."

"Meine Mutter, die Hur´, die mich umgebracht hat."

"Schön war ich auch, und das war mein Verderben."

"Heinrich, mir graut´s vor dir."

 

 

 

Die Fotos wurden am 14.5.07 im Stadeum von Herrn Waldbüßer geschossen. An dieser leicht gekürzten Aufführung konnten Lara Sophie Hoppe (Marthe) und Bastian Reese (Valentin) nicht teilnehmen. 

Es folgen hier noch einige Bilder von der Premiere in Neu Wulmstorf (Photograf: Herr Hoppe).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 

 

 

 

 


 Danksagungen:

Die Theater-AG dankt Frau Dagmar Thole für sprechtechnische Unterstützung, Tanja Nowak und Matthias Hagel für die Einrichtung der Beleuchtungsanlage, Herrn Rolf-Dieter Zey und seinem Team von der Firma WHW für den kostenlosen Einbau der Halterung für die Bühnenbeleuchtung, der Firma alubau, Neu Wulmstorf, für die kostenlose Konstruktion von Bühnenelementen, den Sekretärinnen für den Kartenverkauf und den Hausmeistern Herrn Kölln und Wüstefeld für vielfältige Unterstützung, besonders für Mehrarbeit an den Wochenenden.

 

 

Mit „Faust“ schuf Goethe die berühmteste Verkörperung des neuzeitlichen Menschen. Im Gegensatz zum mittelalterlichen Menschen, der seinen bescheidenen Platz in der göttlichen Weltordnung akzeptierte, will Faust die Grenzen der menschlichen Beschränktheit überwinden. Da ihm die Wissenschaft nicht dazu verhilft, „zu erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält“ und erst recht nicht, dieses Geheimnis zu erleben, verbindet er sich in seiner Verzweiflung mit dem Teufel, der sich ihm zum Dienst auf der Erde verpflichtet. Dafür soll Faust ihm im Jenseits dienen. Der Teufel verhilft Faust zunächst zu einer Verjüngung, sodass Faust in der Begegnung mit Gretchen die Liebe erfährt. Der Teufel sorgt aber auch dafür, dass Faust hier wie im weiteren Verlauf des Dramas Schuld auf sich lädt. So stirbt Gretchens Mutter an dem Schlafmittel, das der Teufel besorgt und Gretchen im Auftrag Fausts ihr übergeben hat, Gretchens Bruder Valentin wird von Faust im Gefecht getötet, und Gretchen selbst gerät wegen der unehelichen Schwangerschaft in Schande, wird wahnsinnig und tötet ihr Kind, während Faust sich in der Walpurgisnacht auf dem Brocken vergnügt.

 

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Seite zuletzt geändert am 13.01.2017, 16:40 Uhr von Ralph Werner-Dralle
 

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