Stolz und Vorurteil

Komödie nach dem Roman von Jane Austen

 

Jane Austen (1775- 1817)


Jane Austen wurde 1775 in Steventon in der Grafschaft Hampshire als Tochter eines Geistlichen geboren. Sie hatte sechs Brüder und eine ältere Schwester. Da sie unverheiratet blieb, zog sie nach dem Tod ihres Vaters mit ihrer Mutter und ihrer Schwester zu ihrem Bruder Francis, danach zu ihrem wohlhabenden Bruder Edward, der seinen weiblichen Verwandten ein kleines Landhaus zur Verfügung stellte.

Austens Thema ist die Lage junger, lediger Frauen der Gentry im England des frühen 19. Jahrhunderts. Diese Gesellschaftsschicht beschreibt sie mit scharfem Blick und einiger Ironie. Klar gezeichnete Charaktere bis hin zu Karikaturen beleben ihre Romane.

Ihre Werke veröffentlichte Austen anonym, aber mit wachsendem Erfolg, sodass ihre Identität auch bald kein Geheimnis mehr war. Den Ruhm konnte sie aber kaum genießen, da sie schon im Alter von 42 Jahren an der Addison-Krankheit starb, die damals noch nicht diagnostiziert werden konnte.

Stolz und Vorurteil wurde 1813 veröffentlicht. Wie alle anderen Romane Austens war er ein großer Erfolg, geriet dann einige Jahrzehnte in Vergessenheit, bis er schließlich wieder die Anerkennung als eines der größten Werke der englischen Literatur erlangte und vielfach verfilmt wurde.


 Inhalt:

 

Die Familie Bennet hat ein Problem: Sie hat fünf Töchter, ihr Landsitz kann aber nur in männlicher Linie vererbt werden. Also müssen die Töchter – oder zumindest einige von ihnen – gut unter die Haube gebracht werden, damit sie und ihre Mutter nach dem Tod des 68-jährigen Vaters ein standesgemäßes Dach über dem Kopf haben.

Das Schicksal scheint sich zum Guten zu wenden, als der potentielle Erbe, ein Cousin namens Collins, der zweitältesten Tochter Lizzy einen Heiratsantrag macht. Zum Entsetzen ihrer Mutter lehnt diese aber den Antrag ab, weil sie den Mann als lächerlich empfindet. Bleibt die Hoffnung auf die älteste Tochter, die schöne Jane, die in Mr. Bingley, dem wohlhabenden Besitzes eines benachbarten Landsitzes, einen würdigen Verehrer hat. Auf Anraten seines Freundes, des noch viel reicheren Mr. Darcy, bricht Bingley aber die Beziehung zu Jane ab.

Dieser arrogante Mr. Darcy, der Lizzy zunächst nicht schön genug fand, um sie zum Tanzen aufzufordern, verliebt sich aber im Laufe der Zeit mehr und mehr in die eigenwillige und selbstbewusste Lizzy und macht ihr einen Heiratsantrag, obwohl sie gesellschaftlich weit unter ihm steht und ihre Familie in seinen Kreisen nicht vorzeigbar ist. Lizzy lehnt aber auch diesen Antrag ab, weil Darcy das Glück ihrer Schwester zerstört hat.

Der totale Ehrverlust der Familie Bennet droht, als die jüngste Tochter, die leichtfertige Lydia, sich von dem Taugenichts Wickham entführen lässt. Da greift Darcy insgeheim in das Rad des Schicksals, überzeugt Wickham mit einer Menge Geld davon, dass er Lydia heiraten sollte, bringt Bingley und Jane wieder zusammen und wird bei seinem zweiten Heiratsantrag von Lizzy erhört. Stolz und Vorurteil der beiden Hauptpersonen werden durch die Erklärung der Motive ihres Handelns überwunden.

 

Zur Themenwahl

 

„Da fliegt ja der Staub“, wird so mancher denken, wenn er hört, dass wir einen Roman von Jane Austen auf die Bühne bringen. In der Tat: Diese Welt der landed gentry aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts in Südengland ist verstaubt: Standesunterschiede und stilisiertes Benehmen bestimmen das Leben, Arbeit wird als entwürdigend betrachtet, junge Frauen kennen nur ein Ziel: eine gute Partie machen; ansonsten sind sie auf den Unterhalt ihrer Familie angewiesen.

Trotzdem haben wir uns mit Begeisterung für dieses Thema entschieden. Natürlich zunächst einmal, weil die Familie Bennet fünf Töchter hat, was der geschlechterbezogenen Zusammensetzung der Theater-AG entgegenkommt; darüber hinaus aber ist „Stolz und Vorurteil“ eine zeitlose Liebesgeschichte mit Hindernissen und Happy end, mit scharf gezeichneten Charakteren und mit einer Heldin, die emanzipatorische Ansprüche erhebt: Lizzy lehnt nicht nur den Antrag des komischen Mr. Collins, des Hauserben, ab, sondern auch den des sehr reichen und angesehenen Mr. Darcy, weil sie entschlossen ist, nur einen Mann zu heiraten, den sie als Person achten kann und der sie als Person zu schätzen weiß.

Darüber hinaus ist gerade das Fremdartige reizvoll: In einer Zeit, in der Benimmregeln und gezierte Sprechweise als überholt gelten, gibt es geradezu ein Bedürfnis, sich in enge Kleider zu zwängen und sich so geziert zu bewegen und zu sprechen, wie es die Personen bei Jane Austen tun. Und wenn dieses Fremdartige noch mit einem Schuss Ironie serviert wird, ist es direkt eine Lust, diese Welt auf der Bühne zu präsentieren.

 

Zur Inszenierung

 

  1. Wir spielen ohne Bühnenbild, weil wir das, was den Film zu einem optischen Genuss macht, nämlich die Präsentation der prächtigen Landhäuser und Schlösser, sowieso nicht auf die Bühne bringen können, aber auch, weil wir uns auf die Entwicklung der Charaktere konzentrieren wollen.

    Einziges optisches Hilfsmittel sind Rahmen, die die gesellschaftlichen Zwänge und Selbstinszenierungen symbolisieren sollen.

     

  2. Als Erzählerin lassen wir die Autorin Jane Austen auftreten. Da sich die Handlung des Romans über einen Zeitraum von etwa einem Jahr erstreckt, an vielen verschiedenen Orten spielt und viele Handlungsstränge hat, ist ein Erzähler zum Verständnis erforderlich. Wenn wir die Autorin als Erzählerin auftreten lassen, treiben wir das, was an Jane Austen als veraltet betrachtet wird, nämlich die auktoriale Erzählweise, bewusst auf die Spitze: Ihre ironischen Kommentare schaffen die gewollte Distanz zu ihren Figuren.

     

  3. Der umfangreiche Roman (423 Seiten) mit seinen vielen Verästelungen musste auf die wesentlichen Szenen verkürzt werden. Kenner des Romans bzw. der Verfilmung werden den Wegfall von Lizzys Besuch auf Pemberly, dem Landsitz von Mr. Darcy, bemerken. Diesen Besuch des prächtigen Anwesens haben wir bewusst weggelassen, weil er Lizzys Motivation, Darcys zweiten Heiratsantrag anzunehmen, überdecken könnte.

 

Das Motto des Romans

 

It´s a truth

universally acknowledged,

that a single man

in possession of a good fortune,

must be in want of a wife.

 
 

Rollen und Darsteller:

 

Jane Austen, Marijke Schultz

Familie Bennet:

Mr. Bennet, Timo Küster

Mrs. Bennet, Antonia Michalsky

Jane, Mareike Kalbitz

Elizabeth (Lizzy), Lisa-Maria Weber

Mary, Astrid Max

Catherine(Kitty), Nadine Albert

Lydia, Nora Klutzny


 

Die Verehrer:

Mr. Collins, Montana Wambach

Mr. Bingley, Cornelius Wolff

Mr. Darcy, Dustin Rulfs

Mr. Wickham, Jasper Eckhardt

 

Verwandte und Bekannte:

Charlotte, Lizzys Freundin, Ann-Katrin Hinze

Caroline, Bingleys Schwester, Joanna Nodop

Louisa, Bingleys Schwester, Teresa Hoppe

Georgina, Darcys Schwester, Annalena Linden

Mrs. Long, Hilke Wohlrab

Mrs. Lucas, Annalena Linden

Lady de Bourgh, Anna-Lena Böhrs

Victoria, deren Tochter, Hilke Wohlrab

 

Bedienstete:

Jane, Dienstmädchen, Maike Tiepner


Souffleuse:

Marijke Schultz

Joca Klimpki

 

Technik:

Jannick Brockmann

Julian Ismar

Benjamin Schnoy

David Winheim


Bühnenbild:

Anika Flader

Svenja Meß

Valentina Sauer

Marcus Kiedrzyn


Maske:

Jana Schichta

Madeleine Schöbel

Annika Matthies

Annika-Sophie Butt


Videoaufnahme: Alexander Böhm

Texte: Edmund Linden

Regie: Angelika Möller

 

 

 

 

Von ihrer Wolke herab betrachtet und kommentiert Jane Austen (Marijke Schultz)

das Geschehen auf der Bühne.

 

 

Spielerisch, aber ohne Verständnis gehen moderne Jugendliche mit den Rahmen um.
 

 

 

Familie Bennet wird vorgestellt.

 

 

Die Dienstmagd Jane beklagt sich, weil sie nicht mitspielen darf.

 

 

Mr. Bennet kündigt den Besuch von Mr. Bingley an.

 

 

Zur Begrüßung von Mr. Bingley präsentiert sich die Familie Bennet.

 

 

Formationstanz 1

 

 

Mr. Darcy findet Lizzys Aussehen allenfalls erträglich.

 

 

Mrs. Bennet findet, dass Jane nach Netherfield Park reiten und nicht die Kutsche nehmen sollte, obwohl und weil Regen droht.

 

 

Mrs. Bennet freut sich, dass Jane wegen einer Erkältung in Netherfield Park bleiben muss.

 

 

Abendbeschäftigung in Netherfield Park: Caroline (Joanna Nodop) und Bingley (Cornelius Wolff)

 

 

Caroline und Lizzy spazieren um Mr. Darcy herum, um ihn zu verwirren.

 

 

 

Mr. Collins macht Lizzy einen wortgewaltigen Heiratsantrag.

 

 

Die schöne Jane ist traurig wegen des Verschwindens von Bingley; Lizzy versucht sie zu trösten.

 

 

Teegesellschaft bei Lady de Bourgh

 

 

Lizzy lehnt Darcys Heiratsantrag ab.

 

 

Nachdem Lydia mit Wickham durchgebrannt ist, droht der Familie Bennet der Ruin.

 

 

Mary erklärt ihrer Schwester Kitty, welche Lehren man aus der Katastrophe ziehen kann.

 

 

Mrs. Bennet gibt sich der Verzweiflung hin.

 

 

Wegen der Familienschande kündigt die Dienstmagd an, sie werde sich eine andere Herrschaft suchen.

 

 

Von Darcys Geld geködert gibt sich Wickham als charmanter Schwiegersohn.

 

 

Lydia berichtet mit Stolz von ihren Abenteuern.

 

 

Lydias Schwestern Jane, Lizzy und Mary zeigen sich reserviert.

 

 

Mrs. Bennet unternimmt mit ihrem lieben Schwiegersohn Peter einen Spaziergang.

 

 

Mr. Bingley macht Jane einen Heiratsantrag.

 

 

Lady de Bourgh stattet der Familie Bennet einen überraschenden nächtlichen Besuch ab.

 

 

Darcy und Lizzy nähern sich einander.

 

 

Lizzy nimmt Darcys zweiten Heiratsantrag an.

 

 

 

 

Herr Lindemann ehrt Frau Weber und Frau Kalbitz, die die Kleider geschneidert haben.

 

Danksagungen:


 

Die Theater-AG dankt

Frau Kalbitz und Frau Weber für das Anfertigen der Kleider,

dem LK Kunst unter Leitung von Frau Doose für die Plakatentwürfe,

Frau Dagmar Thole für dramaturgische Beratung,

Herrn Kölln für stets freundliche Unterstützung

und dem Sekretariat für den Kartenverkauf und den Druck des Programms.

 

 

 

Außerdem beteiligte sich die Theater-AG im Schuljahr 2008/2009 mit dem Sketch

                    Forever Young 

am Schultheaterwettbewerb des Bundesgesundheitsministeriums zum Thema "Alter und Pflege". Offenbar sind wir in die nähere Auswahl gekommen; denn wir waren sowohl im Vorfilm zu den Vorführungen mit einigen Szenen als auch mit Wort und Bild im Programmheft vertreten, wurden aber nicht prämiert. Vermutlich handelt das BMG anders als der Teufel, der bekanntlich immer auf einen Haufen...Macht nix! Trotzdem eine kurze Inhaltsangabe und ein paar Bilder.

 

 Inhalt:

In Anlehnung an Huxleys „Schöne neue Welt“, in der das Altern abgeschafft ist, wird in einer Szene eine Gruppe der „neuen Menschen“ mit einigen „Altmodischen“ konfrontiert. Das führt zu einer Auseinandersetzung über den Wert des Alterns. Dabei kommen die gesamtgesellschaftlichen, familiären und individuellen Nach- und Vorteile zur Sprache.
Eine große Gruppe von „neuen Menschen“, die nun die Welt bestimmen, macht in einem Park Freiübungen, als einige „Altmodische“, die als sektenartige Minderheit in der „schönen neuen Welt“ leben und den Alterungsprozess noch nicht abgeschafft haben, erscheinen und sich auf einer Parkbank niederlassen. Einige aggressive „neue Menschen“ kritisieren die ihrer Meinung nach unsoziale Lebensweise der letzten Altmodischen, andere zeigen Neugier und Ekel oder treiben alberne Späße und verkünden, wenn ein Stichwort fällt, ihre Schulweisheiten. Die Alten, die teils noch selbstständig sind, teils von Familienmitgliedern versorgt werden, teils in Pflegeheimen wohnen, reagieren darauf unterschiedlich. Am Ende der Konfrontation steht die unterschiedliche Umgang mit dem Tod.
 
 
 
Die permanent strahlenden "neuen Menschen" machen unter Anleitung der Vorturnerin (Anna-Lena Böhrs) ihre Turnübungen im Park.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Eine Gruppe von "Altmodischen" (Maike Tiepner, Jasper Eckhardt, Lisa- Maria Weber, Timo Küster, Hilke Wohlrab) trifft sich auf der Parkbank und wird von den "neuen Menschen" neugierig betrachtet und kritisiert.
 
 
 
 
Altern finden die "neuen Menschen" zum Lachen.
 
 
 
 
 
 
Zum Spaß rollen sie den alten Mann, der sich gleich wie ein Rennfahrer fühlt, mit Karacho über die Bühne.
 
 
 
Plötzlich fällt eine der "neuen Menschen" tot um....
 
 
 
 
...und wird von zwei Deltas in die Verwertungszentrale gebracht.
 
 
 
Empört über die Beschimpfung, unszial zu sein, und aufgefordert, ihren Körper verwerten zu lassen, ziehen sich die Altmodischen zurück.
 
 
Die "neuen Menschen" tanzen fröhlich weiter.
Seite zuletzt geändert am 03.10.2012, 11:48 Uhr von Ralph Werner-Dralle
 

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