Die Lateinerfahrt

 

der Klassen 10/3 und 10/4:

 

Von Rom nach Sorrent

 

Ein Reisebericht

 

Montag, 5.5.2014: Rom per pedes

In aller Frühe um fünf Uhr morgens begann unsere Reise auf dem Flughafen in Fuhlsbüttel.

In Rom erwarteten uns am frühen Mittag sehr sommerliche 26 Grad und unser Hotel, ein charmanter Palazzo direkt am Bahnhof Termini. Da die Zimmer im dritten Stock lagen und der antike Fahrstuhl nur über eine sehr begrenzte Kapazität verfügte, begann für die meisten der sportliche Teil des Tages. Fortgesetzt wurde er dann am Nachmittag durch unsere „kleine“ Besichtigungstour durch Rom, denn  sie  erfolgte natürlich per pedes, zu Fuß. Nach diversen Zwischenstopps mit Snacks und Eis erreichten wir unser erstes Ziel, das Kolosseum. Auf dem Platz drängten sich viele Touristen aus aller Welt. Bis wir die Stätte antiker Gladiatorenkämpfe in Augenschein nehmen konnten, mussten wir eine kurze Wartezeit überbrücken und uns dabei der Belagerung diverser Straßenverkäufer widersetzen, die immer wieder glaubten, uns fehlten Trinkwasser, grelle Sonnen/-Regenschirme (die man auf dem Kopf tragen konnte), Schmuck in allen Farben oder schrille Sonnenbrillen. Zwischendurch musste Hendrik einmal „modeln“.  Endlich durften wir durch den Gruppeneingang an den Warteschlangen vorbei in das Innerste dieses riesigen, 48 m hohen und ca. 50 000 Menschen umfassenden  Gebäudes aus Travertin. Henry und Konrad gaben uns dort eine kundige Führung.

 

 

 

Auf das Kolosseum folgte dann das etwas geplündert wirkende Forum Romanum. Die Funktion und das ursprüngliches Aussehen etwa der Basilica Aemilia oder des Saturntempels ließen sich durch die entsprechenden Informationen unserer Referenten  dann aber doch erschließen.

 

 

 

 

 

Nach der Besichtigung des Forums wollte noch keiner zurück zum Hotel. Wenn man schon mal in Rom ist…. Also liefen wir weiter zum Tiber, sahen Obdachlose am Fluss campieren, sodann die Engelsburg von außen; anschließend machten wir auch vor dem Petersdom und dem Petersplatz nicht Halt. Leider blieb uns der Rückweg nicht erspart,  und weil wir trotz profunder Kartenlesekenntnisse von Professor Bröer, und Lars einen nicht ganz planmäßigen Abstecher zu den Kaiserforen unternommen hatten, verzichteten wir weise auf weitere Teile unserer Reise wie den Trevi-Brunnen und die spanische Treppe. Stattdessen  genossen wir abends unser dolce vita in Roma mit einer leckeren Pizza in der Trattoria um die Ecke.

 

 

 

Dienstag, 6.5.2014: Auf den Vesuv

Nach dem (für italienische Verhältnisse sehr üppigen) Frühstück wollten wir den Vesuv besteigen. Allein, was uns noch fehlte, war der Bus. Aufgrund eines Staus verspätete sich dieser um zwei Stunden. Krisenfesten Neu Wulmstorfern Schülern macht das natürlich nichts aus. Dank römischer Sonne, einer Wolldecke und einem Handtuch auf dem Asphalt  und entsprechender Musik fühlten wir uns fast wie im Urlaub. Dieser Eindruck verstärkte sich, als der Bus dann auch eintraf. Wie schön war es, nach dem gestrigen Fußmarsch nun durch Rom gefahren zu werden! (Übrigens gab es auch Radfahrer in Rom. Die Lehrer haben bis zur Autobahn vier Stück gezählt. Das aber nur am Rande).

 

 

Unsere Feldstudien setzten wir dann nach drei Stunden, die die meisten ungeachtet des schönen Panoramas der Abruzzen schlafend verbrachten, auf dem Vesuv fort. Dorthin gelangt man nach einer äußerst kurvenreichen Fahrt auf engsten Wegen. Nachdem wir die üblichen Verkaufs“verlockungen“ hier in Form von geschmackvollen Andenken aller Art widerstanden hatten, erklommen wir in einem zwanzigminütigen Spurt den Gipfel. Der Blick war nicht ungetrübt; dennoch konnte man sich auf der einen Seite einen guten Eindruck von dem Ballungsraum Neapel verschaffen. Auf der anderen Seite bot sich der Blick in den 350 m tiefen Schlund des Vulkans. Wie Lina und Sophia uns berichteten, konnte man sich wirklich Sorgen machen, wie alle diese Menschen im Großraum von Neapel im Falle eines Vulkanausbruchs evakuiert werden sollten. Wir jedenfalls hatten Glück. Nur eine kleine Fumarole (Rauchsäule) war zu sehen.

 

 

 

 

 

Und dann kam der Moment, auf den alle gewartet hatten: die letzten Kilometer mit atemberaubendem Blick auf das so strahlend blaue Meer, auf den gesamten Golf von Neapel, die Häuser von Sorrent mitsamt altmodischer Hotels, auf Zitronen- und Apfelsinenbäume, das Verkehrsgetümmel und schließlich unseren Campingplatz Nube d’Argento. Die Verteilung der Bungalows, immer für einen Konflikt gut, gelang aber dann doch ganz vernünftig. Leider befand sich noch kein Wasser im Pool.

Abends fielen dann alle mehr oder weniger müde ins Bett.

 

Mittwoch, 7.5.2014: Herculaneum

Die – völlig mit Touristen aus England und Deutschland überfüllte - Circumvesuviana (eine Art S-Bahn) brachte unsere Gruppe an das Ziel: Herculaneum, eine Stadt, die im Jahre 79 n.Chr. von den Schlamm- und Gerölllawinen verschüttet wurde. Ein Teil wurde ausgegraben, ein Teil befindet sich immer noch unter den Häusern des modernen Ercolano. Über die Geschichte der Stadt und der Ausgrabungen erfuhren wir mehr durch das Referat von Lukas und Nick. Henrik führte uns durch die Häuser und zeigte uns die Thermen. Manche Objekte  regten uns auch zum Nachdenken an (z.B. die Renovierung eines atriums im alten samnitischen Stil durch ein „modernes“ Mamordesign). Das Wetter meinte es wieder gut mit uns, ideal zum Besichtigen, und Herculaneum war – abgesehen von vielen Schulklassen, die mit unterschiedlich  farbigen Käppchen durch die Ausgrabungen geschleust wurden -  angenehm wenig frequentiert. Trotz dieser interessanten Eindrücke herrschte dann doch Einigkeit darüber, dass auch unser eigenes Alltagsleben organisiert werden müsse. Also kauften wir in Sorrent ein und verbrachten einen Abend u.a.mit dem Ausprobieren der Kochkünste oder dem Spielen von Einhorn.

 

 

 

 

 

Donnerstag, 8.5.2014: ein weiterer  Höhepunkt der Fahrt:  Pompeji

Die nun schon bekannte Circumvesuviana brachte uns heute nach Pompeji und damit zu einem weiteren Höhepunkt der Fahrt. Von der Weitläufigkeit des Ausgrabungsgeländes konnten wir uns am eigenen Leibe überzeugen, da der Gruppeneingang am anderen Ende des Grabungsgeländes liegt.

Hier startete dann der Gang über das Gelände. Wie riesig und gut erhalten ist das Amphitheater von Pompeji! Der gleichwohl etwas unförmig wirkende Bau umfasste 20.000 Besucherplätze, ebenso viel wie die Stadt an Einwohnern besaß. Überhaupt genossen die alten Pompejaner gern Kultur, wie man an den andern beiden Theatern, dem großen und dem kleinen, sehen konnte. Die Walkerei des Stephanus wurde renoviert und war daher geschlossen. Dafür konnte Thea diverse Thermopolia zeigen.  Auf dem Forum ergossen sich dann wieder die gewohnten modernen Besucherströme. Dessen ungeachtet informierten uns Mika und Jannick über die Hauptzentren der politischen und wirtschaftlichen Macht;  das Gebäude der duumvirn sahen wir ebenso wie den Apollotempel, die mensa ponderaria oder das marcellum.  Danach hatten wir noch die Gelegenheit, uns von Niklas das Lupanar(Bordell) mit seinen anschaulichen Fresken über den winzigen Kammern zeigen zu lassen, bevor es in die Bäckerei ging (tatsächlich, auch dort gab es wiederum ein Referat, diesmal aber mit live-Verkostung von Militärbrot, das Alisa gebacken hatte). Nach einem Spaziergang über die alte Stadtmauer und dem Friedhof (Referate!)  entlang einer der alten Ausfallstraßen gelangten wir durch die Mysterienvilla zurück zum Ausgangspunkt. Angesichts der vielen Kilometer noch erstaunlich mobil landeten wir per Circumvesuviana wieder in Sorrent, wo viele noch die Gelegenheit zu einer Shoppingtour nutzten. Einige gingen noch mit Herrn Bröer zum Schwimmen an den Strand von Sorrent. Das Abendprogramm ähnelte ansonsten dem von Mittwoch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Freitag, 9.5.2014: Und noch ein Highlight: Capri

Der letzte Tag führte uns nach Capri und damit zur Villa Iovis; dieser Palast hatte einst dem Kaiser Tiberius als Alterswohnsitz und als sichere Festung vor möglichen Anschlägen, denen er sich in Rom seitens der Senatoren ausgesetzt gesehen hatte, gedient.

Per Fähre erreichten wir die Marina grande, den großen Hafen von Capri; von dort aus gönnten wir uns die Fahrt mit der Seilbahn auf die Piazetta, den malerischen Marktplatz von Capri, auf der sehr, sehr viele Touristen in überteuerten Cafes das mondäne Leben des Jet-Sets bestaunten. Auf hübschen blumengesäumten Fußwegen,  die jedoch stetig bergan führten, gelangte unsere Gruppe zu den – für viele etwas enttäuschenden – Resten des einstigen Palastes. Immerhin konnten wir  einen prachtvollen Ausblick auf das Festland, den Golf von Neapel und den Felsen genießen, von dem angeblich Tiberius seine unliebsamen politischen Gegner herabstürzen ließ. 

Nach so viel Kultur war ein Bad erforderlich, welches wir uns allerdings mit einer längeren Wanderung erkaufen mussten. Das Badevergnügen in der Marina Piccola erwies sich leider wie schon im letzten Jahr als nicht ungetrübt: in der einen Badebucht hatten sich viele Feuerquallen eingefunden; die andere aber bot einen für nordische Schwimmer wunderbaren Badegenuss.

Leider, leider, und damit geht auch eine wunderschöne Lateinerfahrt mal dem Ende entgegen.

 

 

 

 

 

 

Und so hieß es am Samstag, 10.5.2014 im Morgengrauen:

Arrividerci,  Italien, ciao et vale, Italia!

 

 

Seite zuletzt geändert am 11.06.2014, 07:43 Uhr von Ralph Werner-Dralle
 

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