Studienfahrt nach Sankt Petersburg

 

 

 

Vom 01.-08. Oktober 2008 unternahmen 16 Russischschülerinnen und –schüler des 10. und 11. Jahrgangs in Begleitung von Frau Postels und in Kooperation mit einer Gruppe vom Gymnasium Salzhausen sowie deren Lehrer Herrn Peter eine Studienreise nach Sankt Petersburg.

Mit der russischen Fluggesellschaft ROSSYA flogen wir – entgegen den Erwartungen mancher Teilnehmer  – sicher und bequem gen Osten und landeten wegen der 2 Stunden Zeitverschiebung erst um 22.00 Uhr Ortszeit auf dem Flughafen Pulkovo. Dort nahm uns unsere Reiseleiterin Lena in Empfang, die uns im Laufe der kommenden Woche bei allen kulturellen Unternehmungen begleitete und kompetent durch Museen, Kirchen und Paläste führte.

Die erste Busfahrt endete allerdings in unserem Hotel „Moskva“, einem riesigen futuristischen Gebäude mit endlosen Fluren. Um pünktlich zu den Mahlzeiten im Restaurant zu erscheinen, musste man von seinem Zimmer aus mindestens 5 Minuten einplanen. Manche legten allerdings gar nicht so großen Wert auf die russische Küche, sondern verköstigten sich lieber beim Nachbarn mit dem gelben M, wo sie sich durch die Burger-Speisekarte aßen. Den meisten hat es im Restaurant aber gut geschmeckt.

 

 

Um aufmerksam einem kulturellen Besichtigungsprogramm folgen zu können, muss man nicht nur gut essen, sondern auch gut schlafen. Dafür hatte man uns ordentlich eingeheizt! Da es in Petersburg im September bereits einen Kälteeinbruch gegeben hatte, war die Heizung per Fernwärme angestellt. Wie in Russland üblich, erfolgt die Regulierung der Zimmertemperatur dann nur noch über die Fenster, insbesondere bei milden Temperaturen, wie wir sie erlebten. So weit, dass in den Räumen eine einigermaßen erträgliche Temperatur erreicht wurde, konnten wir diese jedoch gar nicht öffnen. Petersburg wird uns also immer in warmer Erinnerung bleiben!

Der erste Tag bescherte uns eine Stadtrundfahrt mit dem Bus. Auch an diese werden wir noch lange denken. Während der Bus sich im Schneckentempo den Nevskij Prospekt hinaufquälte, überholten uns links und rechts die Fußgänger, - selbst die russischen Frauen in ihren Stiletto-Stiefeln mit Pfennigabsätzen. Es war frustrierend! Autofahren im Zentrum ist eine Katastrophe, das stellten wir im Laufe dieses Tages noch öfter fest. Ständig steht man im Stau. Auch Polizisten, die so tun, als regelten sie den Verkehr, können nicht verhindern, dass die russischen Autofahrer gnadenlos in die Kreuzungen hineinfahren und auch auf sechsspurigen Straßen nur eine schmale Gasse öffnen. Der einzige Vorteil dieses ewigen Stop´n-go bestand darin, dass wir aus dem Bus ungestört Fotos von den zahlreichen Brautpaaren und ihren Stretch-Limousinen aufnehmen konnten, die sich an den Touristen-Anlaufstellen tummeln. 

 

 

Trotzdem sahen wir bereits die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, bekamen im Geschäft „Oktober“ einen Überblick über das Souvenir-Angebot und besichtigten – nachdem wir eine Pizza-Verkäuferin glücklich gemacht und uns vorm Verhungern und Verdursten gerettet hatten - schließlich die Peter-Paul-Festung und den Panzerkreuzer „Aurora“ . Einige Unermüdliche fanden sich abends noch zu einem nächtlichen Stadtrundgang mit Herrn Peter und Frau Postels ein, - bravo!

Das kulturelle Programm der folgenden Tage war umfangreich, intensiv, sicherlich auch anstrengend, aber ungeheuer lehrreich und bildend ! Wir besichtigten die Eremitage, das Russische Museum, die Isaakskathedrale, den Katharinenpalast mit Bernsteinzimmer und seinen Parkanlagen in Puschkin, die Kunstkammer, das Blockade-Museum, ein Wachsfigurenkabinett und besuchten ein klassisches Konzert in der Philharmonie. Beeindruckt waren wir vor allem von der reichen Ausstattung der Kirchen und Paläste und vom Blockade-Museum mit seiner anschaulichen Darstellung vom Leid des Krieges und der Belagerung Leningrads.

 

Der Winterpalast

         

 

 

Zwei unserer Programmpunkte fanden abseits der üblichen Touristenpfade statt. Am Freitag, den 02.10. besuchten wir die Petrischule, mit der das Gymnasium Neu Wulmstorf früher eine Schulpartnerschaft pflegte. Diesmal kamen wir nur für einen Vormittag, ausgerechnet am „Tag des Lehrers“, an dem in Russland alle Aufgaben, die sonst die Lehrer ausüben, von Schülern wahrgenommen werden. Sogar der Schulleiter kam aus der 9. Klasse. Wir bewunderten das historische Schulgebäude und kamen in der Aula mit russischen Schülerinnen und Schülern zusammen. Sie stellten uns ihre Schule und deren lange Tradition vor, beantworteten in Kleingruppen unsere Fragen und zeigten uns das Schulgebäude. Alen und Julius gefiel es in der Sporthalle so gut, dass sie sofort zu einer Darbietung in der Disziplin "Klimmzüge synchron" die Sprossenwand erklommen.

 

Am Montag, den 05. Oktober teilten wir uns am Nachmittag in Gruppen auf und besuchten vier Werkstätten der Behinderten-Initiative LIGA, der russischen Lebenshilfe. In teilweise sehr beengten Räumlichkeiten erfahren dort jugendliche und erwachsene Menschen mit Behinderungen Zuwendung und Förderung, Anregung, Bestätigung und Gemeinschaft. Sie arbeiten in einer Textil-, einer Foto-, einer Laminier-  und einer Töpferwerkstatt und stellen dort Produkte her, die sie auf Basaren zum Verkauf anbieten. Uns gegenüber zeigten sie eine große Offenheit und Freude über unseren Besuch. Die Betreuer erläuterten ihr Projekt und ihr Ziel, den behinderten Menschen nach der Schulzeit praktische Tätigkeiten anbieten zu können, die sie als sinnvoll erleben und für die sie – hoffentlich in nicht allzu ferner Zukunft – auch bezahlt werden. Bisher ist ein solches Werkstätten-System, wie wir es in Deutschland haben, in Russland noch nicht etabliert. Wir wurden mit Gebäck und Tee bewirtet und mit Produkten aus der Werkstattarbeit beschenkt sowie mit einer Modell-Isaakskathedrale (die der berühmte Baumeister des 21. Jahrhunderts, Tobias Seemann, errichtete und die nun im schulinternen Schaukasten zu bewundern ist).

 

Der Besuch in der Behinderten-Initiative LIGA hat uns einen Blick hinter die Kulissen des touristischen Petersburgs ermöglicht und uns persönliche Begegnungen mit Menschen geschenkt, die uns in ihrer Aufgeschlossenheit, ihrer Warmherzigkeit und ihrem Engagement sehr beeindruckt haben. Dass es nicht bei diesem Eindruck blieb, sondern sich daraus bei den Schülern noch am selben Tag die Idee zur Unterstützung der Einrichtung entwickelte, spricht nicht nur für die Arbeit der LIGA, sondern genauso für die Schülerinnen und Schüler, die aus Betroffenheit soziales Engagement und Verantwortung entwickeln, - mein großes Kompliment dafür! Beim Schul-Weihnachtsbasar am 29.11.08 haben die Russischschüler des 11. Jahrgangs die Behinderteninitiative mit einem Stand unterstützt und 140,- Euro eingenommen.

Unseren Abschlussabend am Dienstag, den 07.10, verbrachten wir auf der Haseninsel, am Strand der Peter-Paul-Festung, mit einem herrlichen Blick auf die nächtliche Kulisse Petersburgs jenseits der Newa. Jan und Julius gerieten bei diesem Anblick dermaßen in Stimmung, dass sie sich unerschrocken in die kühlen Fluten der Newa stürzten und die Studienfahrt fast noch zum Badeurlaub gemacht hätten …

Am nächsten Tag kamen alle müde, aber wohlbehalten und guter Dinge wieder in Fuhlsbüttel an und wurden von ihren Familien in Empfang genommen.

 

So fand eine gelungene Reise ihren Abschluss, - hier noch einige Impressionen:

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Annegret Postels
 

 

 

Seite zuletzt geändert am 02.02.2009, 12:05 Uhr von Annegret Postels
 

Das Neueste

Bundesjugendspiele verschoben

jetzt im August '17

Weiterlesen


Robotik-AG

für Kl. 7/8 im nächsten Schuljahr

Weiterlesen


Schulsieger im Erdkunde-Wettbewerb:

Paul aus der 8/1

Weiterlesen


Busfahrer-Info II

Ab Dienstagt, 21.3.

Weiterlesen


Bus-Fahrer aufgepasst

Sperrungen in der Bahnhofsstraße

Weiterlesen



Aktualisiert


Gestern

Startseite



Vorgestern

Neuigkeiten



3 Tage und älter

Funktionen


Anmeldung


Downloads


Zentral-Abitur


Nächste Sitzung


Archiv Schulverein


Schulverein - Informationen


Termine Schulelternrat