Exkursion des Erdkunde-Leistungskurses am 08.06.2017

 

 

Wir, der Erdkunde-LK von Herrn Schomann, haben uns am Donnerstag, den 08. Juni, auf den Weg in die Hamburger Innenstadt gemacht. Nachdem wir mit der S-Bahn zum Jungfernstieg gefahren sind, fing die Exkursion zum Thema Stadtentwicklung um 10 Uhr an. Der Gruppenleiter machte eine kleine Einführung, während wir an der Alster saßen. Dort zeigte er uns anhand von Karten Hamburg von früher, die ursprünglichen Stadt Hamburg des Mittelalters sowie die rasche Vergrößerung seitdem. Mit der Aufhebung der Torsperre vor ca. 150 Jahren begann dieses Wachstum. Letzteres ist unter anderem auf Karten aus dem 16. und 17. Jahrhundert zu erkennen, in der Hamburg eine kleine „Insel“ war mit einer Halbkreisform und Verteidigungsanlagen rundherum (heute: Wallanlagen). Heutzutage kann man sie nicht mehr als klein bezeichnen.

Anschließend ging die Exkursion richtig los, was bedeutete, dreieinhalb Stunden die relevantesten, zum Thema Stadtentwicklung passenden Orte des Stadtstaates auf den Grund zu gehen und auch geschichtlich zu verknüpfen.


Unser erster Halt war der Neue Wall, der schon seit Anfang der Stadtentwicklung als für Luxusgüter und Wohlstand bedeutender Ort gilt. Dort haben wir explizit die Mellin-Passage besucht, wo wir gelernt haben, dass Werbung früher in Form von Deckenmalerei gemacht wurde. Letztere ist noch heute in der Passage vorzufinden. Es wurde auch über die Citybildung und die Problematik zwischen öffentlichem und privatem Raum (z.B. in Einkaufspassagen, in denen Menschen der Zutritt verweigert werden kann) gesprochen.


Danach gingen wir in das allbekannte Rathaus. Der Gruppenleiter erzählte uns nicht nur etwas über die Bedeutung des Rathauses, sondern auch etwas über die an die Gleichheit der Bürger sowie an die Antike gerichtete Architektur. Zum Beispiel sind über dem Eingang die Buchstaben des Alten Römischen Reiches zu erkennen: SPQH (H für Hamburg statt Rom).


Dann ging es mit der U4 in die Hafen-City. Dort fielen besonders die modernen Neubauten auf. Anschließend ging es zu den Landungsbrücken mit der Fähre. Nachdem wir alle ein paar Eindrücke gesammelt haben, haben wir das Nachhaltigkeits-Dreieck aufgegriffen, d.h. ökologische, soziale und ökonomische Vor- und Nachteile des größten Bauprojektes Europas. Dabei kamen interessante Aspekte raus, wie z.B. das Platzsparende an dem mehrstöckigen und engen Wohnungsbau oder eine wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit durch das Schaffen eines neuen Stadtteils, wo vorher „nur“ Industrie war. Zudem fanden wir heraus, dass auch Sozialwohnungen in Planung sind. All das gilt als Einladung für Menschen als neue Bewohner in der Stadt. Während man früher in der Stadtplanung Wohnen und Arbeiten räumlich trennen wollte, will man es heute zusammenführen („Stadt der kurzen Wege“). Ob die Hafen City als ein gelungenes Beispiel für nachhaltige Stadtplanung angesehen werden kann, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. Auf jeden Fall ist sie ein Beispiel für Konversion (die Umnutzung von Gebäuden und Flächen: früher Hafen/ Warenlager, heute Wohngebiete und Dienstleistungsstandort).


In Harvestehude haben wir uns dann die Reihenvillen angesehen, die schon mal 3 Mio. Euro kosten können. Generell, in Bezug auf die Nachhaltigkeit: ein reiner Wohnstadtteil für die Oberschicht, enge Bebauung, viel Grün, hohe Mietpreise und kaum Dienstleistungen.


Zum Ende hin fuhren wir zum Schanzenviertel. Zur Zeit der Industrialisierung war dies ein Arbeiterviertel mit engen Mietskasernen, in denen rund zehn Menschen in einem Raum zusammenlebten. Nun ist das Viertel der Gentrifizierung (Verdrängung von ärmerer Wohnbevölkerung durch reichere) ausgesetzt, was bedeutet, dass vor mehreren Jahren Pioniere dort hinzogen, das Stadtviertel auf ihre eigenen Kosten aufwerteten und eine sog. „Szene“ schufen. Das ist heute nicht zu übersehen: viele junge Menschen, mit Plakaten und Aufklebern tapezierte Hauswände, politische Botschaften, Kneipen und Imbisse. Das Schanzenviertel gehört heute wohl zu den beliebtesten Vierteln junger Menschen Hamburgs. Dennoch lassen sich hier regelmäßige Auseinandersetzungen mit der Polizei nicht verhindern.


Generell war die Exkursion erfolgreich und eine Bestätigung des bei uns schon vorher im Unterricht Erlernten. Mit den Beispielen an Hamburg konnten wir mal erleben, wie Stadtentwicklung realistisch passiert und warum die Stadt Hamburg heute eigentlich so ist, wie wir sie kennen.


Annik R. & Johanna S.

 

Seite zuletzt geändert am 12.06.2017, 09:38 Uhr von Ralph Werner-Dralle
 

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