Gelebte Erinnerung:

Exkursion zur Gedenkstätte Bullenhuser Damm und KZ-Gedenkstätte Neuengamme am 16.04.2012

 

Die Fakten zum Holocaust wie die Phasen der Judenverfolgung oder die Chiffre Auschwitz sind Teil des Geschichtsunterrichts des Jahrgangs 10. Nur sagen die nackten Zahlen nur wenig über das menschliche Leid der Opfer aus, welches die menschenverachtende Ideologie der Nazis über Europa brachte.

 

 

Deswegen unternahmen die Klassen 10/1 und 10/3 mit den Geschichtslehrern Hrn. Böttcher, Hrn. Färber und Hrn. Röthig eine Exkursion zur Gedenkstätte KZ Neuengamme, die vor den Toren Hamburgs an der Dove-Elbe liegt und damit die Möglichkeit bietet, den Schrecken des Holocausts regionalgeschichtlich aufzuarbeiten.

Die Exkursion begann um 9 Uhr am ZOB in Hamburg, wo ein roter Reisebus – bereitgestellt durch den Veranstalter, den „Landesjugendring Hamburg“, – wartete. Nach Klärung der Platzverhältnisse begann die alternative Stadtrundfahrt, wobei unser Stadtführer Hr. Grüterig in einem sehr sympathischen und eindrucksvollen Vortragsstil die Hamburger Gegebenheiten und Stadtveränderungen aufgrund des „Feuersturms“ 1943, dem Bombenangriff der Alliierten auf Hamburg, erläuterte.

 

 

Erster Haltepunkt war die KZ-Außenstelle Bullenhuser Damm, eine ehemalige Schule, die hauptsächlich an das Leid von 20 Kindern erinnert, welche aus Auschwitz zu medizinischen Experimenten nach Hamburg geschafft und missbraucht sowie kurz vor Kriegsende am 20. April 1945 ermordet wurden. Die Ausstellungsräume im Untergeschoss, die weiß getüncht und mit Zitaten von Tätern wie Johann Frahm versehen sind, schaffen eine kühle Atmosphäre, welche in starkem Kontrast zu dem schwarzen Wandbild des Künstlers Jürgen Waller mit dem Titel „21. April 1945, 5 Uhr morgens“ im Treppenhaus steht.

 

 

Zudem ist die Darstellung der Biografien der ermordeten Kinder in geöffneten Koffern eine symbolisch starke Präsentationsform.

 

 

 

Nach einer kurzen Hast über die Autobahn erreichten wir unser Hauptziel: Mitten im Elbmarsch gelegen, erstreckt sich das ehemalig weit ausufernde und jetzt als Gedenkstätte umfunktionierte KZ Neuengamme, welches 1938 errichtet und 1945 vor Eintreffen der Allierten „geräumt“ wurde.

 

 

 

Besonders am Schicksal von Walerjan Wrobel führte Herr Grüterig den Schülerinnen und Schüler das Leid der Häftlinge und deren unmenschliche Haftbedingungen vor, die vor allem in der riesigen Ziegelei oder beim Ausheben und der Verbreiterung der Dove-Elbe wortwörtlich bis zum Tod schuften mussten.

 

 

 

 

 

 

 

Seite zuletzt geändert am 22.04.2012, 12:45 Uhr von Ralph Werner-Dralle
 

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