An die Eltern der Schülerinnen und Schüler
in den  4. Klassen der Grundschule

INFORMATIONEN ZUR SCHULLAUFBAHNENTSCHEIDUNG



Sehr geehrte Eltern,

Sie stehen vor einer schwierigen Entscheidung für die Zukunft Ihres Kindes. Die Wahl der richtigen Schulform ist nicht nur für die nächsten Jahre, sondern für den ganzen Lebensweg wichtig. Deshalb gebe ich Ihnen hier einige Informationen, Kriterien und Ratschläge, die die Entscheidungsfindung erleichtern sollen.

1.    Wodurch unterscheidet sich das Gymnasium von anderen Schulformen?
Die am Gymnasium vermittelte Allgemeinbildung ist breiter und tiefer als anderswo. Zum Teil wird mehr Stoff in höherem Tempo gelernt, der Hauptunterschied liegt jedoch in der größeren Komplexität der Lerninhalte und dem höheren Abstraktionsgrad ihrer Darstellung und Vermittlung.
Beim Lernen wird von den Schüler(inne)n größere Selbstständigkeit erwartet. Schließlich sollen auch (vor-)wissenschaftliche Arbeitsweisen gelernt werden, da die allgemeine Studierfähigkeit unser Ziel ist.

2.    Wie ist das 8-stufigeGymnasium (G 8) aufgebaut?

Sekundarbereich I: Klassenstufen 5 – 9 / 10
- Englisch ab Klasse 5
- 2. Fremdsprache ab Klasse 6 (Französisch, Latein)
- Schüler/innen ohne GYM-Empfehlung:
        Möglichkeit der Überweisung zur Realschule bei Nichtbestehen der Klasse 6
      - Aufstiegsmöglichkeit aus der Realschule unter bestimmten Bedingungen

Sekundarbereich II: Klassenstufen 10 - 12
     - Doppelte Funktion der 10. Klasse:
       Sekundarabschluss I und  Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe
     - Klassen 11 und 12: Qualifizierungsphase inkl. Abiturprüfungen

3.    Abitur nach 12 Schuljahren: In kürzerer Zeit mehr leisten!
Das 8-stufige Gymnasium (G 8) mit dem Abitur nach 12 Schuljahren wurde eingeführt, weil die Schulabgänger sonst im europäischen Vergleich und im Hinblick auf das Berufsleben zu alt sind. Das Kultusministerium geht davon aus, dass dies auch ohne Niveauverlust möglich ist, wenn von der Vorschule aufwärts in den Schulen noch mehr geleistet wird als bisher. Auch auf der Sekundarstufe I wird mehr Einsatz erwartet. So ist die Zahl der Unterrichtsstunden pro Woche in den Stundentafeln erhöht worden. In den Jahrgängen 5 und 6 haben die Schüler 30, in den Jahrgängen Jg. 7 bis 10 mind. 32, in der Kursstufe 34 Wochenstunden. Es findet also eine Verdichtung und Intensivierung der Arbeit statt.

Als Eltern sollten Sie überlegen, ob Ihr Kind der höheren Belastung am Gymnasium gewachsen sein kann. Das Abitur (die Hochschulreife) wird heutzutage von einer wachsenden Zahl Jugendlicher über nicht-gymnasiale Wege erlangt (z.B. über Realschule und Fachoberschule).

4.    Wie viele Jugendliche absolvieren das Gymnasium mit Erfolg?
Derzeit befinden sich in Niedersachsen 25 % der Schüler eines Jahrgangs in der Oberstufe des Gymnasiums. Es ist zu erwarten, dass ca. 1/3 der Kinder in den 4. Klassen eine GYM-Empfehlung bekommen. Als Eltern können Sie versuchen selbst einzuschätzen, ob Ihr Kind zum oberen Drittel des Leistungsspektrums im Jahrgang gehört.  Im Landkreis Harburg haben in den vergangenen 4 Jahren 20 % der am Gymnasium angemeldeten Kinder die Anforderungen dort nicht bewältigt und haben zur Realschule wechseln müssen.
  
5. Scheitern ist keine gute Erfahrung für Kinder
Wir wissen, dass Kinder, die am Gymnasium nicht zurechtkommen und an die Realschule wechseln müssen, dies nicht leicht verkraften. Immerhin haben sie bis dahin viele Misserfolge einstecken müssen, sie erleben dies als Niederlage, und ihr Selbstvertrauen wird geschwächt. Also ist es wichtig, jetzt bereits die richtige Entscheidung zu treffen und dem Kind einen erzwungenen Schulwechsel zu ersparen.
Ihr Kind wird sich dann am besten entwickeln und seinen Weg gehen, wenn es weder unter-  noch überfordert ist!

6. Welche Anforderungen stellt das Gymnasium an die Kinder?
Die aufgeführten Merkmale sind natürlich in Relation zum Alter der Kinder zu verstehen!

ALLGEMEINE VORAUSSETZUNGEN: Die Kinder sollen
•    gerne lernen und motiviert sein, Leistung zu erbringen.
•    komplexere Zusammenhänge verstehen und wiedergeben können.
•    Freude an problemlösendem Denken haben und ein gewisses Abstraktionsniveau
       erreichen.
•    relativ selbstständig, gut organisiert, konzentriert, ausdauernd und zügig ihre Arbeit verrichten.

FACHLICHE VORAUSSETZUNGEN

Die Noten in Deutsch und Mathematik sind wohl am aussagekräftigsten. In beiden Fächern sollte eine "glatte" 2 vorliegen.

 -  MATHEMATIK: Insgesamt sollte Ihr Kind
•    die an der Grundschule gelernten Rechenarten schnell und sicher beherrschen.
•    auch Überschlagsrechnungen durchführen können.
•    mit Werten und Mengen "jonglieren" können.
•    Spaß daran haben, Lösungswege zu suchen.
•    Textaufgaben leicht verstehen und in mathematische Operationen umwandeln können.

 -  DEUTSCH: Bitte bedenken Sie, dass die hier gezeigten Fähigkeiten auch für viele andere Fächer grundlegend sind. Ihr Kind sollte (altersgemäß!)
•    richtiges, angemessenes Deutsch sprechen und schreiben können.
•    sicher und zügig lesen können.
•    eine gute Ausdrucksfähigkeit haben (treffsicherer Wortschatz).
•    die Rechtschreibung sicher beherrschen (es folgen ja zwei Fremdsprachen).
•    ein Verständnis vom Aufbau von Sprache haben (z.B. Wortarten, Satzglieder).
•    Textinhalte zusammenfassend wiedergeben können.

7. „Fragwürdige“ Argumente für die Wahl des Gymnasiums

•    "Unser Kind soll mal probieren, ob es das Gymnasium schafft."
- Bitte muten Sie Ihrem Kind keinen "Probelauf" zu, das ist schlecht für die Entwicklung. (s. o.)
•    "Unser Kind ist wahrscheinlich ein Spätentwickler"
- Bitte schicken Sie es nicht auf einen "Hoffnungslauf". Sie "wetten" gewissermaßen auf die Zukunft Ihres Kindes. Falls es tatsächlich später "zündet", stehen ihm genug Möglichkeiten offen.
•    "Unser Kind wird erst am Gymnasium zeigen, was in ihm steckt - bisher waren die Leistungen eher mäßig."  -  Nach unserer Erfahrung ist noch kein(e) Schüler(in) plötzlich fleißig oder "genial" geworden, nur weil er/sie die Schule gewechselt hat.
•    "Unser Kind möchte selbst unbedingt zum Gymnasium" - Auch wenn das so ist: Die Entscheidung ist zu bedeutungsvoll und zu komplex, als dass Ihr Kind sie treffen könnte.
•    "Seine/Ihre beste/r Freund(in) geht zum Gymnasium"
- so verständlich auch dieser Wunsch ist, kann er nicht das Entscheidungskriterium sein.

Bitte treffen Sie als Eltern nach Abwägung aller Argumente und nach ausführlicher Beratung durch die Grundschule verantwortungsvoll die Entscheidung.

Mit freundlichen Grüßen                                                           
                                                                        P. Lindemann, OStD
 

Seite zuletzt geändert am 02.12.2009, 09:16 Uhr von Ralph Werner-Dralle
 

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