Relais de la Memoire: Krakau

Der 1. Tag

Am ersten Tag fanden sich alle Schüler in der Aula, wo wir durch viele lange Reden von vielen wichtigen Leuten begrüßt wurden.  Danach wurden wir für eine Rallye in möglichst international gemischte Gruppen aufgeteilt. Eine Rallye? Nein, keine langen Fragebögen, mit denen man durch die ganze Stadt laufen muss. Stattdessen wurde jede Gruppe zu einem unterschiedlichen Ort geschickt, der in Verbindung zum 2. Weltkrieg stand. Meine Gruppe ging beispielsweise zum Rakowicki Friedhof, wo wir einige Denkmäler besichtigten. Um eine Besichtigung von Denkmälern auf einem Friedhof nicht als ‚langweilig’ abzustempeln, hättet ihr selbst dort sein müssen. Einen Friedhof dieser Größe und dieses Aussehens habe ich zuvor höchstens in einem Gruselfilm gesehen.

 

 

Nachmittags, wieder in der Schule, haben wir uns erst einen Vortrag über die deutschen Widerstandsversuche gegen das NS-Regime angehört und anschließend haben wir uns an unseren Gruppentischen mit jeweils einem Zeitzeugen unterhalten. Lehrer und Schüler halfen beim Übersetzen und so bekam meine Gruppe etwas über das Schicksal der Kinder im Konzentrationslager Łódź zu wissen. Später arbeitete jede Gruppe dann eine Powerpoint-Präsentation über ihren Zeitzeugen und ihr Rallye-Ziel aus.

 

 

Hiermit war das offizielle Programm für den heutigen Tag auch beendet. Bei mir und den beiden Österreicherinnen, mit denen ich mir ein Zimmer geteilt habe, stand jetzt jedoch noch eine private Stadtführung, geleitet von unserem Gastbruder, auf dem Plan. Krakau bei Nacht - Das war wirklich hübsch. Die Stimmung unter uns Vieren war ohnehin von Beginn an super. Wir waren am herumalbern und singen und nebenbei war unser Gastbruder echt ein Geschichtsfreak – Wir haben dabei also sogar noch was über Krakau gelernt.

 

 

 

Der 2. Tag

Am nächsten Tag wurden wir in neue Gruppen aufgeteilt und diskutierten vormittags über vorgegebene Themen, wie zum Beispiel über Erinnerungen, über Freiheit und über Integration und Gemeinschaft. Später haben wir unsere Ergebnisse dann wieder präsentiert. Zugegeben: Nachdem man sich bei den ersten Powerpointpräsentationen noch auf das Zuhören und Verstehen konzentriert hat, wurde es auch sehr bald anstrengend. Schade, denn eigentlich waren die Themen schon interessant. Dennoch kam es meiner Meinung nach eher darauf an, dass man mit der Gruppe gemeinsam –trotz mancher Verständnisschwierigkeiten- zu einem produktiven Ergebnis gekommen ist. Das hat nämlich wirklich sehr viel Spaß gemacht, ins besondere auch, weil man zunehmend zueinander fand und echt nette Leute kennen lernte.

 

 

 

 

Abends gingen wir dann alle ins Theater, wo einige Schüler etwas aufführten. Ein Glück, dass Sabina neben uns saß, sonst hätten wir nichts verstanden, denn es war auf Polnisch.

 

 

Der 3. Tag

Für den Samstag stand ein Besuch des Konzentrationslagers in Auschwitz auf dem Programm. Über diesen Ort, an dem vor gut einem halben Jahrhundert ungefähr 1,5 Millionen Menschen ermordet worden sind, hat man ja bereits so einiges gehört und gelesen. Aber selber dort zu sein, das war schrecklich. Nach einer langen Führung, bei der wir unter anderem Berge von Haaren und persönlichen Gegenständen der Opfer zu sehen bekommen haben, erfolgte von uns eine Kranzniederlegung. Hierbei begann eine Art „Trauermarsch“ am Eingang des Lagers Auschwitz-Birkenaus bis zum Mahnmal, was neben den Ruinen der Krematorien erbaut wurde. Unser Kranz wurde auf dem Weg immer weitergereicht, sodass ihn von jeder Schule jeweils zwei Schüler ungefähr 100 Meter getragen haben. Es war eine sehr schöne und in dem Moment auch tröstende Geste, da die Eindrücke uns heute alle sichtlich erschüttert haben.

 

 

 

 

Anschließend ging es dann noch zu einer Ausstellung von Bildern, in dem ein ehemaliger KZ-Insasse seine traumatischen Erlebnisse verarbeitete.

 

 

 

Unser letzter Abend gehört auf jeden Fall zu den schönsten Erinnerungen unseres Krakau-Aufenthalts. Nachdem wir aus den Bussen geklettert sind und eigentlich erschöpft vom langen Tag hätten sein müssen, hatte dennoch niemand Lust nach Hause zu gehen. Es bildeten sich schnell große Grüppchen, in denen wir durch die Stadt zogen auf der Suche nach…wonach überhaupt?? Irgendwie wollte das niemand so recht bestimmen. Schlussendlich fanden wir uns dann in einem gemütlichen Café wieder. Wenn man sich so in der Runde umgeschaut hat, hat man schon gemerkt, wie lieb wir viele von ihnen gewonnen haben und es war echt ein komisches Gefühl, am nächsten Tag wieder gehen zu müssen.

 

 

 

 

 

Für den letzten Tag waren eine Krakau-Besichtigung und eine Abschlussfeier vorgesehen, jedoch mussten wir leider schon morgens abreisen. Vor uns lagen also abermals ungefähr zehn Stunden Zugfahrt und am nächsten Tag sollte auch schon der gewöhnliche Schulalltag in Form einer Mathe-Klausur fortgeführt werden.

 

 

 

 

Jessica Kölln

 

Seite zuletzt geändert am 23.06.2009, 14:21 Uhr von Ralph Werner-Dralle
 

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