Relais de la Memoire: Marseille                                             

 Marseille Tag1

 

Begrüßt wurden wir im Auditorium der Schule mit überschwänglichen Begrüßungsreden und netten Gastgeschenken. Das anschließende Programm begann damit, dass wir in verschiedene Gruppen eingeteilt wurden, die jeweils die Gelegenheit hatten, mit einem Zeitzeugen zu sprechen. Unsere Sprachkenntnisse wurden somit gleich am Anfang auf die Probe gestellt, denn wir befanden uns in einer Gruppe mit ausschließlich nur Franzosen. Jedoch gab sich unser Zeitzeuge ganz viel Mühe, auch uns seine Geschichte verständlich zu  machen. Er erzählte von seiner Zeit als Kind und Jugendlicher im Konzentrationslager Ausschwitz, wie dort die Menschen behandelt wurden und seine Familie auseinander gerissen wurde. Diese Zeit für uns noch einmal Revuepassieren zu lassen, ging ihm sichtlich nahe.

 

 

 

 

Nach dem Mittagessen begannen die so genannten Artistique-Ateliers. Neben Gipsplastiken, Tanz, Gesang und Gedichten gab es auch die Theatergruppe, in der wir uns mit einem Stück über einen jüdischen Jungen beschäftigten, der bei einer belgischen Contesse versteckt gehalten wurde. Trotz mäßigem Schauspieltalent der Gruppe brachte es der Theaterlehrer in nur wenigen Stunden fertig, dass wir unsere Texte auswendig konnten, unsere Einsätze wussten und die perfekte Mimik und Gestik beherrschten. Zu dem sind wir der Überzeugung, dass wir eindeutig die Gruppe waren, die am meisten Spaß hatte ;-)

 

 

 

Nun hatten wir Zeit, mit unseren Gastgeschwistern Marseille und seine Shoppingmeile zu erkunden. Anschließend versammelten wir uns im Rathaus, lauschten einer freudigen Begrüßungsrede und stürzten uns dann anschließend alle auf das „Buffet d’apératif“ . Während wir alle tierischen Hunger hatten, konnte man sich hierunter jedoch lediglich ein kleines Häppchen aus Blätterteig und Käse vorstellen, das gemeinsam mit einem Getränk gereicht wurde. Es war zwar nicht sehr nahrhaft, sah aber total edel aus.

Mittlerweile ist es dunkel geworden und sobald wir das Rathaus verließen, bot sich uns ein traumhafter Blick auf Marseille bei Nacht.

 

 

Tag 2

 

Am nächsten Tag trafen wir uns in einer anderen Schule und wurden nach der Begrüßung in verschiedene Diskussionsrunden aufgeteilt. An unserem „Table Ronde“ wurde gemeinsam mit einem deutschen Diplomaten über den Umgang mit der der nationalsozialistischen Geschichte heute gesprochen. Daraus entstand eine angeregte Diskussion mit Deutschen, Franzosen und Österreichern über mögliche Schuldgefühle, den heutigen Ruf der Deutschen im Ausland und andere Aspekte dieses Themas.

 

 

 

Wie genau die Politik Marseilles funktioniert, wissen wir zwar nicht; Fakt jedoch ist, dass es dort auch noch ein zweites Rathaus gibt. Dieses galt es heute zu besuchen, damit der Bürgermeister uns mal „Hallo“ sagen und uns zu einem „Buffet d’apératif“ einladen konnte. Die Geschichte mit den Appératifs kannten wir ja mittlerweile schon: Man hatte hinterher genauso viel Hunger wie vorher. Darüber trösteten wir uns hinweg, denn zur Begrüßung standen uns echte Fahnenträger Spalier und selbst die Presse war anwesend.

 

 

Zurück in der Schule erwartete uns ein spannender Bericht über die Geschichte Südfrankreichs und dem Vichy-Regime. Dieses Thema ist es sicherlich Wert, mal bei Wikipedia nachgeschlagen zu werden, was wir selbst vielleicht auch tun sollten, da der eineinhalb stündige Vortrag unsere Konzentration, dabei nicht einzuschlafen, mehr als genug forderte.

 

Als wir dann endlich mit den „Artistique Ateiliérs“ fortfahren durften, war die Müdigkeit dann jedoch schnell vergessen. Vor dem großen Show-down am Abend gingen wir noch einmal alles durch. Schließlich waren wir ja wirklich ein ziemlich chaotischer Haufen. Nach dem Abendessen ging es in die Turnhalle zum Showabend, wo jede Gruppe ihren Beitrag zu leistete. Und es war so schön. Als die Gesang-Gruppe gesungen hat, wurde am Rand mit gesungen und als die Gedichte vorgetragen wurden, erkannten wir ein Gedicht aus dem Französischunterricht wieder. Endlich hatte ein langweiliges Abi-Thema einen Hintergrund!

 

 

Bevor wir unser Theater aufführten, gab unser Theaterlehrer uns noch die wichtigste Regel mit auf den Weg: „HAVE FUN!“. Und nachdem wir fertig waren, stand ihm die Entzückung ins Gesicht geschrieben: „MANIFIQUE!“ Es ist schwer, diesen Enthusiasmus für jemanden zu beschreiben, der diese Persönlichkeit nicht kennen lernen konnte.

Danach war Partytime…im wahrsten Sinne des Wortes!

 

 

 

Tag 3

 

Am Sonntag hatte Marseille irgendwie vergessen, dass es am Mittelmeer liegt, denn wir hatten Hamburger-Schmuddelwetter.

Das hinderte uns jedoch nicht daran zu einem Deportationslager zu fahren. In diesen Gebäuden, die als Ziegelei getarnt waren, wurde zu Beginn des zweiten Weltkrieges die deutsche Elite an Intellektuellen, wie zum Beispiel Heinrich Mann weggesperrt, da man befürchtete, dass sie eine Gefahr für das NS-Regime darstellen könnten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Das daraufhin geplante Picknick am wunderschönen Alten Hafen von Marseille fiel buchstäblich ins Wasser. So durften wir auf eigene Faust Marseille erkunden. Unser Weg führte uns hierbei direkt in eine kleine Schokolatérie und anschließend in sämtliche Souvenirläden.

Abschließend trafen wir uns in einem Memorial, einer Gedenkstätte für die vielen Opfer des zweiten Weltkrieges. Dort wurde unter anderem Erde aus allen Konzentrationslagern ausgestellt. Nicht im Programm enthalten, regten uns diese Eindrücke zu einer deutsch-österreichischen Diskussion zum Thema Faschismus heute an. Das ursprüngliche Ziel der Organisation „Relais de la Memoire“ wurde somit also erreicht.

 

 

Der Nachmittag stand den Gastfamilien zur Verfügung.

Unsere Aktivitäten variierten zwischen Kuchenbacken, einem Strandbesuch im Regen und einer Stadttour durch Marseille.

Eine Sache hatten alle gemeinsam: Es hat tierisch viel Spaß gemacht, wir haben gemeinsam gelacht und merken können, dass die Sprache peu à peu zur Nebensache wurde.

 

Tag 4

 

Das offizielle Programm war vorbei und die Koffer gepackt. Es wurde das letzte Abschiedsküsschen geschmatzt und E-Mail Adressen ausgetauscht.

Bis zum Abflug durfte jede Delegation selbst entscheiden, wie sie die letzten Stunden in Marseille gestaltet.

Irgendwie fanden wir uns dann mit den Füßen im Mittelmeer stehend wieder. Das letzte bisschen Sonne musste schließlich ausgenutzt werden.

 

 

Von Anika Adden und Jessica Kölln

 

 

 

 

 

 

 

 

Seite zuletzt geändert am 24.06.2009, 15:53 Uhr von Ralph Werner-Dralle
 

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